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Apr 08

Achtsamkeitsmeditation: Pflichtfach in Englands Schulen

Versagensängste, Leistungsdruck, unruhige und schlaflose Nächte. Stress scheint alltäglich geworden zu sein und betrifft immer mehr Kinder bereits in der Grundschule. England hat die Notbremse gezogen und reagiert auf die steigende Zahl „psychisch auffälliger“ Kinder mit dem Pflichtfach Achtsamkeit. Doch nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen steigt der Stresslevel.

In Großbritannien gibt es mittlerweile 2.000 ausgebildete AchtsamkeitstrainerInnen, die an hunderten von Schulen in England und Irland unterrichten. Das Fach Achtsamkeit umfasst das gemeinsame Meditieren, das Ausdrücken, Benennen und Steuern von Emotionen, sowie den Umgang mit herausfordernden Situationen für die kindliche Seele und spielerischen Erklärungen wie unser Gehirn funktioniert. 

Das Fach Achtsamkeit kommt bei den Kindern gut an:

„Die Gedanken können besser fliegen, und das ist gut.“

„Nach der Übung fühle ich mich sehr viel ruhiger.“

„… jetzt kann ich wieder schöne Gedanken denken.“

Steigende Zahl „psychisch auffälliger“ Kinder

Großbritannien reagiert mit dem Pflichtfach Achtsamkeit auf die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen, die bereits im jungen Alter Antidepressiva einnehmen. Insgesamt stieg die Zahl verschriebener Antidepressiva in der Gesamtbevölkerung Englands von 9 Millionen im Jahr 1991 auf 65 Millionen im Jahr 2017. 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 5 und 15 Jahren gelten in England als „psychisch auffällig“, in Deutschland sind es knapp 20 Prozent der unter 18jährigen, d.h. knapp vier Millionen Kinder und Jugendliche, weisen psychische Auffälligkeiten auf.

Noch weht an den Regelschulen ein rauer Wind. „Leistung“ als Fetisch der Wettbewerbsgesellschaft ist weltweit zum unerbittlichen Maß aller Dinge geworden. Doch die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen.

Stress am Arbeitsplatz

Nicht nur Kinder spüren die Kompexität der Anforderungen unser leistungsorientierten und digitalen Welt. Seit Jahrzehnten ist die Zahl der Fehltage (Arbeitsunfähigkeitstage) wegen psychischer Erkrankungen deutlich angestiegen: im Jahr 2012 wurden bundesweit bereits 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Trotz rückläufiger Krankenstände in den letzten Jahren wächst der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Er kletterte in den vergangenen 40 Jahren von zwei Prozent auf 15,1 Prozent. Die durch psychische Krankheiten ausgelösten Krankheitstage haben sich in diesem Zeitraum verfünffacht. Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie heute die drittthäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit.

 Nur die Ruhe! Die Entdeckung der Langsamkeit

„plan b“ begleitet in dieser Dokumentation einen Manager der Thyssenkrupp AG, der das Thema Achtsamkeit für sich und seine Mitarbeiter entdeckt hat, besucht Menschen, die mit einer Eselswanderung Ruhe suchen, und stellt eine Musikerin vor, die aus dem Musikbusiness ausgestiegen ist. Außerdem werden Trainingsprogramme gezeigt, in denen Kinder und Jugendliche schon früh lernen sollen, mit Stress besser umzugehen, sowie ein englischer Politiker, der die Abgeordneten des britischen Parlaments für das Thema Achtsamkeit gewinnen möchte.

Dokumentation auf YouTube: 

Auch in Deutschland greifen immer mehr Regelschulen das Thema Achtsamkeit und Mediation auf und binden es in den Unterricht ein. Das ist begrüßenswert, doch noch sind es einzelne Schulen. Wann Achtsamkeit in die Stundenpläne der Regelschulen aufgenommen wird, steht für Deutschland noch in den Sternen.

Wie Stress abgebaut werden kann

Stress sollte so früh wie möglich erkannt und mithilfe von Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenem Training gezielt abgebaut werden. Ebenso bringen Spaziergänge und sportliche Betätigung in der freien Natur (vor allem im Wald oder am See) Entspannung und Erholung. Regelmäßig gepflegte soziale Kontakte und Gespräche mit Familienmitgliedern und engen Freunden vermitteln einen emotionalen Rückhalt. Auch regelmäßige Unternehmungen, Massagen, Besuche einer Wellnessoase oder einer Sauna lenken von Problemen ab und können helfen, neue Kraft zu tanken.

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