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Sep 14

Studie: Schon 20 Minuten in der Natur senken unseren Stresslevel

US-amerikanische Forscher der University of Michigan fanden in einer aktuellen Studie heraus, dass Zeit in der Natur unseren Cortisonspiegel deutlich senken kann. Demnach können 20 Minuten Gehen oder Sitzen im Grünen unseren Stresslevel signifikant senken. Die Studie wurde im Fachmagzin Frontiers in Psychology veröffentlicht.

„Wir wissen, dass Zeit in der Natur zu verbringen Stress reduziert, aber bis jetzt war unklar, wie viel genug ist, wie oft man es tun sollte oder sogar welche Art von Naturerfahrung uns nützt.“, sagt Dr. Mary Carol Hunter, eine außerordentliche Professorin an der Universität von Michigan und Hauptautorin dieser Forschung.Unsere Studie zeigt, dass es sich am meisten auszahlt, den Spiegel des Stresshormons Cortisol effizient zu senken, wenn man 20 bis 30 Minuten an einem Ort sitzt oder spazieren geht, der einem ein Gefühl für die Natur vermittelt. Dabei wird dein Stresshormonspiegel deutlich gesenkt und vermeintliche Stresssituation gelindert.“ Diese Studie hat zum ersten Mal die effektivste Dosis eines städtischen Naturerlebnisses ermittelt. Mediziner können diese Entdeckung nutzen, um „Naturpillen“ zu verschreiben, in dem Wissen, dass sie eine tatsächlich messbare Wirkung haben.

Ein kostenloses und natürliches Mittel zum Stressabbau

„Naturpillen“ könnten eine kostengünstige Lösung sein, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen der zunehmenden Verstädterung und des von Bildschirmarbeit geprägten Lebensstils in Innenräumen zu reduzieren. Um Gesundheitspraktiker zu unterstützen, die nach evidenzbasierten Richtlinien suchen, was genau sie verabreichen sollten, entwarfen Hunter und ihre Kollegen ein Experiment, das eine realistische Schätzung einer effektiven Dosis liefern sollte.

Über einen Zeitraum von 8 Wochen wurden die Teilnehmer gebeten, mindestens 3 Mal pro Woche eine „Naturpille“ mit einer Dauer von 10 Minuten oder mehr einzunehmen. Die Werte des Stresshormons Cortisol wurden anhand von Speichelproben gemessen, die alle zwei Wochen vor und nach der Einnahme einer Naturpille genommen wurden.

„Die Teilnehmer konnten die Tageszeit, die Dauer und den Ort ihres Naturerlebnisses frei wählen, was als jeder Ort im Freien definiert wurde, der ihnen nach Meinung der Teilnehmer das Gefühl gab, mit der Natur in Verbindung gestanden zu haben.

Dennoch sollten die Teilnehmer bestimmte Regeln einhalten: „Sie sollten die Naturpille bei Tageslicht nehmen, keine sportlichen Übungen machen und Social Media, das Internet, Telefonanrufe, Unterhaltungen und Lesen vermeiden“, erklärte Hauptautorin und Ökologin MaryCarol Hunter weiter.

Sie fährt fort: „Indem wir persönliche Flexibilität in das Experiment einbauten, konnten wir die optimale Dauer der Einnahme der Naturpille ermitteln, unabhängig davon, wann und wo sie eingenommen wird, und unter den normalen Umständen des modernen Lebens mit seinen Unvorhersehbarkeiten und hektischen Zeitplänen.“

Um dem hektischen Lebensstil Rechnung zu tragen und gleichzeitig aussagekräftige Ergebnisse zu liefern, war das Versuchsdesign auch in anderer Hinsicht neuartig.

„Wir haben die täglichen Unterschiede im Stresszustand der Teilnehmer berücksichtigt, indem wir vier Momentaufnahmen der Cortisolveränderung durch eine Naturpille gesammelt haben“, sagt Hunter. „Dadurch konnten wir auch die Auswirkungen des kontinuierlichen, natürlichen Absinkens des Cortisolspiegels im Laufe des Tages identifizieren und berücksichtigen, was die Schätzung der effektiven Dauer zuverlässiger machte.“

Die Studie zeigte, dass 20 bis 30 Minuten in der Natur den Cortisolspiegel um 20 Prozent senken konnten. Cortisol, welches auch als Stresshormon bekannt ist, wird in der Nebennierenrinde hergestellt und in der Leber abgebaut. Auslöser für einen erhöhten Cortisolwert sind: Depression, Schwächung des Immunsystems, chronischer Stress, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Störungen.

Durch die erfolgreiche Stressreduktion erhoffen sich die Forscher nun, dass der Aufenthalt in der Natur in Zukunft auch per Rezept von Ärzten verschrieben wird. Dies soll den negativen Auswirkungen des urbanen Lebens, welche viele in geschlossenen Räumen vor grellen Bildschirmen verbringen, entgegenwirken.

Die positiven Effekte eines Waldspaziergangs und der Natur im Allgemeinen wurde schon 1984 vom schwedischen Forscher Roger Ulrich bestätigt. Er zeigte in einer Studie auf, dass sich der Anblick von Bäumen positiv auf den Regenerationsprozess von OP-Patienten auswirkt. Der US-amerikanische Umweltpsychologe Marc Berman entdeckte 2015, dass die Anzahl der Bäume in einer Wohngegend die Gesundheit der Anwohner beeinflusst. Wer also in einer „grüneren“ Gegend lebte, hatte ein geringeres Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Japaner baden im Wald

In Japan nennt sich die Therapie shinrin yoku oder forest bathing, zu Deutsch „Waldbaden“. Neueste Forschungen über die positiven Effekte von einem Spaziergang im Wald haben die Japaner davon überzeugt, dass Wälder Therapiezentren werden sollten. In sog. Outdoor-Kliniken kann man sich nach der üblichen Voruntersuchung zum „Baden“ in den Wald begeben. Damit ist natürlich kein Wasserbad gemeint, sondern das Eintauchen in die Umgebung „Wald“.

Die Praxis wurde erstmals 1982 von der Forstdirektion von Japan eingeführt, um Stress zu reduzieren und Entspannung zu fördern. Was zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war ist jedoch, dass Wald-Baden zu erheblichem Nutzen für die Gesundheit führen würde. Zahlreiche Studien belegen, dass all die Zeit, die wir achtsam in der Natur verbringen nicht nur den Körper und Geist beruhigt, sondern auch eine erhebliche Steigerung der natürlichen Killerzellen (NK)- Aktivität bietet. NK-Zellen sind verantwortlich, Krebszellen in Schach zu halten und sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems.


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