Studie zeigt, dass die Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln bei jedem Auftragen direkt in den Blutkreislauf gelangen
Sonnencreme im Blut: Eine FDA-Studie fand die Chemikalien aus vier getesteten Mitteln schon nach 24 Stunden im Kreislauf, weit über dem Grenzwert der Behörde selbst.
Die aktiven Inhaltsstoffe gängiger Sonnenschutzmittel sind nach dem Auftragen im Blut nachweisbar. Das ergab eine Studie der US-Gesundheitsbehörde FDA, kürzlich im Fachmagazin JAMA veröffentlicht. Nicht die Sonne wandert da heimlich in den Körper, sondern die Chemie aus der Creme, die uns vor ihr schützen soll. Und genau das gibt zu denken.

Sonnenschutz und die ganze Kosmetikbranche sind im Grunde ein Lehrstück darüber, wie wenig Aufsicht hinter Produkten steckt, die uns als sicher verkauft werden. Wie konnten solche Mittel jemals zugelassen werden? Eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie ergab, dass mehrere Wirkstoffe verschiedener Sonnencremes in hohem Maße in den Blutkreislauf gelangen, weit über dem Grenzwert, den die FDA selbst empfiehlt.
Vier handelsübliche Mittel wurden getestet. Vier von vier lagen über den Sicherheitswerten der Behörde. Diese Werte dürfen wir ohnehin hinterfragen, denn keine Menge einer fremden, giftigen Chemikalie ist im Körper wirklich „sicher“, auch nicht in Spuren. Die Studie räumt sogar ein, dass die FDA „einige nichtklinische toxikologische Studien für Sonnenschutzmittel“ einfach durchgewunken hat. Da bräuchte es eindeutig mehr.
Jetzt kommt der Teil, der stutzig macht. Man würde erwarten, dass Forscher bei Blutwerten über der Sicherheitsgrenze sofort zu weniger schädlichen Alternativen raten. Stattdessen schlossen sie, die Ergebnisse deuteten „nicht darauf hin, dass Einzelpersonen von der Verwendung von Sonnenschutzmitteln absehen sollten“. Eine seltsame Beruhigung. Vielleicht, weil die Studie von der FDA selbst stammt? Wer profitiert davon, dass diese Frage offen bleibt?
Die wichtigste Erkenntnis ist schlicht: Was auf die Haut kommt, gelangt auch in die Haut, und das dauert nicht lange. In dieser Studie waren die Chemikalien innerhalb von nur 24 Stunden im Blut.
Spannend ist, dass ausgerechnet diese eine Studie die großen Medien erreicht hat, obwohl viele andere längst dasselbe zeigen. Unsere Haut ist eben keine undurchdringliche Mauer. Forscher der Universität Berkeley und der Clinica de Salud del Valle Salinas fanden, dass schon eine kurze Pause von Kosmetik, Shampoos und Pflegeprodukten den Gehalt hormonschädigender Stoffe im Körper spürbar senkt, wie diese Untersuchung belegt. Wie tief diese Stoffe in unseren Alltag reichen, haben wir in unserem Beitrag Giftcocktail Körperpflege beschrieben.
Schon nach drei Tagen, in denen die Mädchen nur schadstoffärmere Produkte nutzten, zeigten die Urinproben einen deutlichen Rückgang. Methyl- und Propylparabene gingen um etwa 44 und 45 Prozent zurück, die Abbauprodukte eines häufigen Parfümstoffs um rund 27 Prozent, Triclosan und der UV-Filter Benzophenon-3 jeweils um 36 Prozent. Drei Tage. Mehr brauchte der Körper nicht.
Ziemlich verrückt, oder?
Zurück zur Creme. Bereits 2004 entwickelte die Fakultät für Pharmazie der Universität Manitoba in Kanada eine Methode, um gängige UV-Filter im Körper zu messen. Das Ergebnis: Alle untersuchten Sonnenschutzmittel dringen erheblich in die Haut ein, und damit gelangen diese Chemikalien in mehrere Gewebe des Körpers, wie die Forscher dort belegen.
Um welche Stoffe geht es? Oxybenzon zum Beispiel steckt in vielen verbreiteten Cremes. Mehrere Untersuchungen weisen auf seine Schattenseiten hin, am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich etwa, wo man fand, dass Oxybenzon die Wirkung des weiblichen Hormons Östrogen nachahmen und das Wachstum von Krebszellen fördern kann. Eine Studie der Queensland Cancer Fund Laboratories in Australien fand zudem, dass der Stoff das Zellwachstum und die Erbgut-Bildung hemmt, den Zellzyklus ausbremst und in bestimmten Zelllinien Stress in den Kraftwerken der Zelle (den Mitochondrien) auslöst.
Und das ist nur einer von vielen hormonstörenden Stoffen in solchen Produkten. Es kommt sogar noch ein Dreh dazu, der ehrlich gesagt besonders nachdenklich macht: Filter wie Oxybenzon erhöhen die Aufnahme weiterer Schadstoffe, etwa von Unkrautvernichtungsmitteln, denen wir ohnehin ständig ausgesetzt sind.
Landwirten wird empfohlen, Sonnenschutzmittel zu verwenden, um das Risiko von UV-bedingtem Hautkrebs zu verringern. Unsere früheren Studien haben gezeigt, dass bestimmte handelsübliche Sonnenschutzmittel die Aufnahme von UV-Strahlen verstärken. In diesem Projekt soll ermittelt werden, ob Wirkstoffe in Sonnenschutzmitteln auch als Verstärker für die dermale Aufnahme von Herbiziden wirken. Weitere Studien haben gezeigt, dass bei Probandenhaut eine erhöhte Durchdringung auftritt. Die Wirkstoffe der Sonnenschutzmittel verbessern also die Hautdurchdringung des Herbizids 2,4-D. (Quelle)
Es bleibt die schlichte Wahrheit: Alles, was du auf deinen Körper aufträgst, trägst du auch hinein. Liest du die Inhaltsstoffliste deiner Creme einmal laut, liest du im Grunde, was in den nächsten Stunden durch dein Blut zieht. Paracelsus, der große Arzt der Renaissance, hat den Kern davon in einen einzigen Satz gefasst:
Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.
Paracelsus
Was ist also die Lösung?
Sollen wir nun die Sonne meiden? Das fühlt sich falsch an, denn sie versorgt nicht nur uns, sondern alles Leben mit Kraft. Wurde die Angst vor ihr vielleicht einfach zur Verkaufstaktik, damit wir Tube um Tube kaufen? Sicher, ein schwerer Sonnenbrand schadet und kann Krebs begünstigen. Aber maßvolles Sonnenlicht ist kein Feind. Wir verbrennen vor allem, weil unsere Haut die Sonne kaum noch kennt, wir leben ja längst hinter Glas und Wänden. Setzen wir uns dann plötzlich stundenlang dem Licht aus, hatte sie keine Zeit, sich zu gewöhnen.
Wer trotzdem eine Creme möchte, für den ist die Antwort einfach: ein Sonnenschutz ohne bedenkliche Chemie.
Genau hier setzt eine echte Naturkosmetik-Lotion an, etwa die vegane eco cosmetics Sonnenlotion LSF 30. Ihr einziger Lichtschutz ist Zinkoxid, ein mineralischer Filter, der sich wie ein feiner Spiegel auf die Haut legt und die UVA- und UVB-Strahlen zurückwirft, statt sich aufzulösen und in den Körper zu wandern (ja, das ist der leichte weiße Schimmer, den manche an solchen Cremes kennen). Kein Oxybenzon. Keine chemischen Filter, die ins Blut ziehen könnten. Damit fällt genau das Problem weg, um das es in diesem ganzen Beitrag geht.
Und schaut man auf den Rest der Liste, liest sie sich eher wie ein Garten als wie ein Chemielabor. Bio-Sojaöl, Karanjaöl, Rapsöl, Nachtkerzenöl, Granatapfelkernöl und Jojobaöl pflegen und spenden Fett, Bio-Aloe-Vera beruhigt, Bisabolol (der sanfte Teil der Kamille) besänftigt gereizte Haut, und Tocopherol, also natürliches Vitamin E, schützt als Antioxidans vor Umwelteinflüssen. Glycerin und Sorbitol halten die Feuchtigkeit in der Haut. Das Ganze ist von Ecocert nach dem COSMOS-ORGANIC-Standard zertifiziert und vegan, ohne synthetische Filter, ohne Parabene, ohne erdölbasierte Konservierung.
Ehrlich gesagt gibt es nur einen Punkt, den man kennen sollte: Die Lotion enthält ein natürliches Parfum, darum stehen am Ende der Liste die Duftstoffe Limonene, Linalool und Citronellol, die aus ätherischen Ölen stammen. Wer sehr empfindliche Haut hat oder kleine Kinder eincremt, nimmt einfach die parfumfreie Neutral-Variante. Mineralische Filter wie Zinkoxid gelten ohnehin als so gut verträglich, dass sie gerade für empfindliche Haut und Kinderhaut empfohlen werden. Und wer lieber selbst rührt, findet bei uns ein erprobtes Rezept: Sonnencreme selbst gemacht.
Sollten wir sogar mehr Zeit in der Sonne verbringen? Einer im Journal of Internal Medicine veröffentlichten Studie zufolge lebten Menschen, die die Sonne mieden, im Schnitt rund zwei Jahre kürzer als jene, die regelmäßig ein Sonnenbad nahmen. Untersucht wurden die Daten von etwa 29.500 schwedischen Frauen. Nichtraucherinnen, die der Sonne auswichen, hatten eine ähnliche Lebenserwartung wie Raucherinnen mit der höchsten Sonnenexposition, wie diese Auswertung zeigt.
Die Forscher zogen einen klaren Schluss: Sonne zu meiden ist ein ähnlich gewichtiger Risikofaktor fürs Sterben wie das Rauchen. Das überrascht wenig, denn die Sonne schenkt uns Vitamin D, das unser Herz, unsere Organe, unseren Blutdruck, unsere Knochen und unser Immunsystem trägt. Welche Warnzeichen ein Mangel sendet, haben wir in unserem Beitrag über die 10 Warnzeichen eines Vitamin-D-Mangels gesammelt, und wie tief dieses Sonnenvitamin wirkt, zeigt sich daran, dass es sogar verhärtete Blutgefäße reparieren kann.
Wenn wir aus Angstpropaganda jeden Strahl mit Chemie abblocken, schneiden wir uns von all diesen Geschenken ab. Die sogenannten Experten, die zum kompletten Sonnenverzicht und zur Creme raten, ermutigen uns in Wahrheit dazu, unser Krebsrisiko zu erhöhen statt es zu senken. Eine schöne Vertiefung dazu findest du in unserem Beitrag Die Sonne ist eine Vollspektrum-Medizin.
Eine große und wachsende Zahl von Forschungsarbeiten hat nun gezeigt, dass die Vermeidung von Sonneneinstrahlung zu einer Epidemie von Vitamin-D-Mangel geführt hat. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden mindestens 50 % der Allgemeinbevölkerung und 80 % der Kleinkinder an einem Mangel. Menschen mit Vitamin-D-Mangel haben eine doppelt so hohe Sterberate und ein doppelt so hohes Risiko für Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Asthma und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose. Dr. Michael Murray (Quelle)
Es gibt noch viele Hinweise in dieselbe Richtung. Eine italienische Untersuchung, 2008 im European Journal of Cancer veröffentlicht, fand: Hautkrebspatienten, die vor ihrer Diagnose häufiger im Sonnenlicht waren, hatten bessere Überlebensaussichten und neigten zu weniger aggressiven Tumoren. Vielleicht gibt es wichtigere Ursachen für Hautkrebs als die Sonne? Das deutet darauf hin, dass Sonnenlicht bei Hautkrebs tatsächlich helfen kann.
Damit es klar gesagt ist: Gesunde, maßvolle Sonne verursacht keinen Hautkrebs, ein schwerer Sonnenbrand aber schon. Wir brauchen den Schatten genauso wie das Licht. Sich mit leichter Kleidung zu bedecken ist oft der klügere Schutz als jede Creme, denn Stoff hält die Strahlen zuverlässiger ab. Und viele natürliche Öle tragen sogar einen eigenen, sanften Lichtschutzfaktor in sich. Wer mag, kann da selbst weiter forschen.
Die Heilkunde vieler Völker wusste das übrigens immer schon. In Italien sagt man bis heute einen Satz, der alles in sich trägt:
Wo die Sonne nicht hinkommt, da kommt der Arzt.
Italienisches Sprichwort
Fazit
Der Menschheit wurde so viel Angst eingeflößt, dass sie sich kaum noch ohne Schutzschicht in die Sonne traut. Erst langsam verstehen wir die langfristigen Folgen davon, und vielleicht ist das eine von vielen stillen Ursachen hinter manchen altersbedingten Krankheiten. Hab keine Sorge: Niemand erkrankt von einem einzigen Auftragen einer herkömmlichen Creme. Es ist die jahrelange, gedankenlose Wiederholung, die uns prägt, und genau hier dürfen wir wieder bewusster werden, behutsam, ohne Druck, jeder im eigenen Tempo.
Eines solltest du vor allem wissen: Sonnenlicht ist wirklich nichts, wovor du dich fürchten musst. In angemessener Menge ist es sehr gesund, und bei all der Zeit, die wir drinnen verbringen, ist jeder Strahl ein kleines Geschenk.
Gesunde Sonnencreme, einfach selbst gemacht
Auch im Naturkosmetik-Regal ist es nicht leicht, eine Creme zu finden, die wirklich frei von bedenklichen Stoffen ist und nur aus rein natürlichen Zutaten besteht. Darum gilt für Sonnencreme dasselbe wie fürs Essen: Selber machen ist oft die beste Lösung! Wie du mit wenigen Zutaten eine wirksame Creme herstellst, zeigen wir dir Schritt für Schritt in unserem Beitrag Sonnencreme selbst gemacht. Wer noch tiefer einsteigen mag, findet bei uns außerdem die 7 überraschenden Dinge über Sonnenschutz und Sonnenlicht, die man dir vorenthalten will.
Empfehlungen zum Thema:
Für alle, die ihre Haut sanft und ehrlich durch den Sommer begleiten möchten, haben wir hier die besten Begleiter zu diesem Thema:
1) eco cosmetics Sonnenlotion LSF 30, vegane Naturkosmetik, 125 ml*, mineralischer Lichtschutz mit Zinkoxid statt hormonwirksamer Chemie, zertifiziert und reichhaltig für Körper und Gesicht.
2) Bio-Kokosöl, nativ und kaltgepresst*, die reine Basis für deine selbst gemachte Sonnencreme und ein zärtlicher Pflegebalsam für sonnengeküsste Haut.
3) Bio-Aloe-Vera-Gel, pur*, die kühlende Wohltat nach einem langen Tag in der Sonne, beruhigt und spendet Feuchtigkeit ohne Zusätze.
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Wie hältst du es mit der Sonne und mit dem, was du auf deine Haut gibst? Hast du den Schritt zu natürlichem Sonnenschutz schon gewagt, oder traust du dich vielleicht bald wieder, das Licht bewusster auf deiner Haut zu spüren? Wir freuen uns von Herzen, wenn du deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns teilst.








