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Cannabis bei Arthritis: Wie eine Pflanze verwendet wird, um Gelenkerkrankung zu heilen

Cannabis bei Arthritis: Was eine Jahrtausende alte Heilpflanze gegen chronische Gelenkschmerzen leisten kann, während die Pharmaindustrie weiterhin fast nur Schmerzmittel verschreibt

Weltweit leiden rund 350 Millionen Menschen an Arthritis, eine schockierende Zahl, zumal die offiziellen Statistiken vermutlich noch deutlich zu niedrig liegen. Während Millionen Betroffene jahrzehntelang Schmerzmittel und Kortison einnehmen, deren Nebenwirkungen oft gravierender sind als hilfreich, zeigt eine andere Pflanze seit Jahrtausenden verblüffende Wirkung auf entzündete Gelenke: Cannabis. In der traditionellen chinesischen Medizin, in Ayurveda und in der mittelalterlichen Klosterheilkunde war Hanf fester Bestandteil der Heilkunst, bis das 20. Jahrhundert ihn aus dem Apothekenschrank verbannte. Warum dieses alte Wissen gerade erst wiederentdeckt wird und was moderne Studien belegen, ist der Kern dieses Beitrags.

Was ist Arthritis wirklich?

Entgegen der landläufigen Meinung ist Arthritis nicht eine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für chronische Gelenkentzündungen und Gelenkerkrankungen. Tatsächlich zählt die Medizin über 100 verschiedene Arthritisformen, und jeder Mensch kann unabhängig von Alter und Geschlecht betroffen sein. Die Klassifizierung bedeutet wörtlich „Entzündung eines oder mehrerer Gelenke“ und ist damit so weit gefasst, dass sie praktisch jede entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparats einschließt.

Die häufigsten Formen der Arthritis

1) Chronische Rückenschmerzen
2) Schleimbeutelentzündung
3) Karpaltunnelsyndrom
4) Chronisches Fatigue-Syndrom
5) Fibromyalgie
6) Gicht
7) Entzündliche Darmerkrankungen
8) Lupus
9) Lyme-Krankheit
10) Paget-Syndrom
11) Sklerodermie
12) Wirbelsäulenstenose

Die Symptome können kommen und gehen, von mild bis schwer reichen und sich über Jahre verschlimmern. Bleibt die Grunderkrankung unbehandelt oder nur symptomatisch gedämpft, können irreparable Gelenkschäden entstehen, bis hin zur Unfähigkeit, Treppen zu steigen oder einfach zu gehen. Am häufigsten treten die Beschwerden in tragenden Gelenken auf, also in Hüfte, Knie und Wirbelsäule, aber auch die Finger und das Kiefergelenk bleiben nicht verschont.


Hanf, die uralte Heilpflanze, die wir fast vergessen hätten

Bevor wir uns der modernen Forschung widmen, lohnt ein Blick in die Heilkunde-Geschichte. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Cannabis seit etwa 4000 Jahren gegen rheumatische Beschwerden eingesetzt, verzeichnet im „Shennong Bencao Jing“, einem der ältesten Arzneimittelbücher der Welt. Im Ayurveda ist Cannabis unter dem Namen „bhang“ seit Jahrtausenden Teil der Gelenk- und Nerventherapie. Hildegard von Bingen beschrieb Hanf bereits im 12. Jahrhundert als stärkenden und schmerzlindernden Bestandteil der Klosterheilkunde. Erst das 20. Jahrhundert verdrängte diese uralte Medizinalpflanze aus Apotheke und Arztpraxis, nicht aus medizinischen Gründen, sondern als Folge politischer Entscheidungen. Dass die Pflanze heute mühsam wiederentdeckt werden muss, sagt weniger über ihre Wirksamkeit als über die Kräfte aus, die darüber entscheiden, welches Wissen im Gesundheitssystem Platz findet.

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei.

Paracelsus

Warum Cannabis bei Arthritis wirkt: das Endocannabinoid-System

In jedem von uns arbeitet ein fein abgestimmtes Netzwerk, das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS). Es reguliert Schmerz, Immunantwort, Entzündung, Schlaf und Stimmung, und seine beiden Hauptrezeptoren heißen CB1 und CB2. CB1 liegt überwiegend im Nervensystem, im Bindegewebe und in Drüsen, während CB2 vor allem im Immunsystem, in Milz, Leber, Herz, Nieren und Knochen zu finden ist.

Unser Körper produziert selbst Endocannabinoide, die diese Rezeptoren aktivieren. Cannabis enthält pflanzliche Gegenstücke, sogenannte Phytocannabinoide wie THC und CBD, die molekular so ähnlich sind, dass sie dieselben Rezeptoren ansprechen und dadurch Schmerz und Entzündung modulieren.

Eine in der Fachzeitschrift Rheumatology veröffentlichte Studie von Dr. Sheng-Ming Dai von der Second Military Medical University in China zeigte, dass CB2-Rezeptoren in ungewöhnlich hohen Konzentrationen im Gelenkgewebe von Arthritispatienten vorkommen. Der Körper scheint also genau dort zusätzliche Andockstellen bereitzustellen, wo Entzündung und Schmerz toben. Cannabis liefert den passenden Schlüssel, um diese Rezeptoren zu aktivieren.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2008 kam zu dem Schluss, dass CBD die Schmerzen bei rheumatoider Arthritis deutlich reduziert und zusätzlich die Schlafqualität verbessert, ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Eine weitere Studie aus 2017 ergänzt: CBD könnte eine sichere und wirksame Behandlung bei Arthrose-Gelenkschmerzen sein. Bemerkenswert an solchen Befunden ist weniger das Ergebnis als die Tatsache, dass trotz jahrzehntelanger Prohibition überhaupt so viel Evidenz zusammengetragen werden konnte.

Kann Cannabis geschädigte Gelenke tatsächlich reparieren?

Der kanadische Forscher Dr. Jason McDougall, Professor für Pharmakologie und Anästhesie an der Dalhousie University in Halifax, hat genau diese Frage in einer dreijährigen Studie untersucht, unterstützt von der Arthritis Society of Canada. Die zentrale Frage: Repariert Cannabis die Gelenke, indem es Entzündungen bekämpft, oder dämpft es nur die Schmerzwahrnehmung im Gehirn?

Die Nerven sind wie Drähte, die von ihrer Beschichtung befreit wurden. Sie sind alle nackt, alle ungeschützt, und dafür verantwortlich, dass Patienten so viel Schmerz empfinden. Durch lokale Verabreichung cannabisähnlicher Moleküle an diese Nerven könnten wir sie reparieren und den Schmerz bei Arthritis deutlich reduzieren.

Dr. Jason McDougall, Dalhousie University

McDougalls bisherige Ergebnisse zeigen: Cannabismoleküle docken tatsächlich an Nervenrezeptoren an und regulieren die Schmerzsignale direkt im Gelenk. Eine weitere Studie, veröffentlicht im Journal of Philosophical Transactions of the Royal Society B, ergab, dass das Endocannabinoid-System durch äußere Cannabinoide Antioxidantien freisetzt, die geschädigte Zellen reparieren helfen. Cannabis wirkt damit nicht nur symptomdämpfend, sondern greift an der Ursache der Entzündung an, genau der Unterschied, der alte Heiltraditionen von modernen Schmerzmitteln trennt.

Menschen, die an Arthritisschmerzen leiden, sind auf der Suche nach Alternativen. Unser Ziel ist es, fundierte Entscheidungen und beweisgestützte Richtlinien zu ermöglichen.

Janice Yale, CEO der Arthritis Society of Canada

Rohes Cannabis entsaften: Der Fall Katie Marsh

McDougalls Laborergebnisse spiegeln sich in anekdotischen Erfahrungsberichten wider. Die US-Amerikanerin Katie Marsh, jahrelang mit rheumatoider Arthritis im Dauerrezept, litt unter den schweren Nebenwirkungen krankheitsmodifizierender Antirheumatika (DMARDS) so sehr, dass sie einen auf diätetisches Cannabis spezialisierten Arzt aufsuchte. Sein Rat: rohes Cannabis entsaften und in Smoothies integrieren. Marsh setzte innerhalb weniger Tage Prednison und Schmerzmittel ab, und nach etwa elf Monaten regelmäßiger Entsaftung ging ihre Erkrankung in Remission über. Ein Einzelfall, zweifellos, aber einer, der zeigt, wohin diese Forschung weist.

THC oder CBD, wann passt was?

Cannabis enthält zwei wichtige Hauptwirkstoffe. THC ist psychoaktiv und verursacht das „High“, CBD wirkt nicht berauschend. Beide lindern Entzündungen, doch ihre Schwerpunkte unterscheiden sich.

1) CBD bindet besonders an CB2-Rezeptoren und ist daher ideal bei Gelenkentzündungen und Autoimmunerkrankungen, weil es das Immunsystem moduliert und gleichzeitig die Nachtruhe verbessert.
2) THC bindet bevorzugt an CB1-Rezeptoren und wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem, sehr hilfreich bei chronischen Schmerzen, Angst und Depressionen, die Arthritispatienten oft begleiten.
3) Wer sich für THC entscheidet, wählt am besten eine Indica-lastige Sorte, die den Körper entspannt, statt den Geist zu stimulieren.

Ernährung, die Arthritis auf natürliche Weise besänftigt

Eure Nahrung sei eure Medizin, und eure Medizin sei eure Nahrung.

Hippokrates

Was schon Hippokrates vor 2400 Jahren wusste, bestätigt die heutige Rheumaforschung. Eine fleischarme, besser rein pflanzliche Ernährung wirkt sich deutlich günstig auf Arthritis aus. Fleisch und Milchprodukte enthalten größere Mengen Arachidonsäure, einen Baustein für Schmerz- und Entzündungsstoffe (Prostaglandine). Fehlt dem Körper diese Säure, produziert er weniger Prostaglandine, und die Entzündung schwächt sich ab.

Besonders hilfreich in der Alltagsküche sind Knoblauch, Kurkuma, Ingwer, Spinat, Walnüsse, Chia- und Leinsamen. Kurkuma zeigt in vielen Studien eine vergleichbare entzündungshemmende Wirkung wie klassische Rheumamedikamente, ohne deren Leber- und Magenbelastung. Dass solche Erkenntnisse selten in den Leitlinien auftauchen, hat weniger mit mangelnder Evidenz zu tun als damit, dass Kurkumawurzeln sich nicht patentieren lassen.


Empfehlungen zum Thema:

Wer tiefer in das Thema Cannabis als Heilpflanze einsteigen möchte, findet hier die besten Begleiter zu diesem Thema, handverlesen und aus voller Überzeugung empfohlen:
1) Die Behandlung mit Cannabis und THC, Medizinische Möglichkeiten, rechtliche Lage, Rezepte, Praxistipps*, der umfassende Praxisratgeber für alle, die Cannabis therapeutisch nutzen möchten.
2) Hanf heilt, die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin*, historisch fundiertes Standardwerk über die vergessene Heiltradition des Hanfs.
3) Hochwertiges CBD-Öl in Bio-Vollspektrum-Qualität*, als sanfter Einstieg in die entzündungshemmende Kraft von CBD für Gelenke und Nerven.
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Hast du selbst Erfahrungen mit Cannabis, CBD oder einer entzündungshemmenden Ernährung bei Arthritis oder Gelenkschmerzen gemacht? Wir freuen uns, wenn du deine Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren mit uns teilst.

 

Kommentare

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6 Gedanken zu „Cannabis bei Arthritis: Wie eine Pflanze verwendet wird, um Gelenkerkrankung zu heilen

  • Gisela

    Gibt es das als Oel zu kaufen oder als Tabletten

    Antworten
    • Hallo GIsela, in Deutschland kannst Du nur THC freies Cannabis kaufen. Ich kann Dir einen Vollhanfextrakt anbieten, der aus der kompletten Pflanze hergestellt wird, er nennt sich Cannapur. Du kannst ihn unter meiner unten genannten Webseite bestellen und zu Dir nach Hause liefern lassen. Melde Dich gerne für weitere Fragen.
      Herzliche Grüsse, Natalie

      Antworten
      • Hallo Natalie, mittlerweile kann man eine Vielzahl an an CBD Ölen online bestellen. Selbst auf Amazon tümmeln sich eine Vielzahl an Händlern. Viele Informationen zur Anwendungsmöglichkeiten findest du unter: CBD Öl
        Liebe Grüße, Phillip

        Antworten

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