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Mrz 26

Der große Boycott wird kommen

Im Grunde sind sie ohnmächtig, die Mächtigen dieser Welt. Ohne unserer Hände Arbeit wären sie die ersten, die verhungern müssten. Eben dieses Schicksal steht ihnen bevor – und sie wissen es.

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Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.
Georg Herwegh

 

Kommentar – Als Captain Charles Cunningham Boycott die irische Insel verließ, reiste er ab als ein gebrochener Mann. Zur Welt gekommen war der Sohn einer Pfarrersfamilie in Burgh St Peter im äußersten Südosten der britischen Grafschaft Norfolk. Anstatt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, sein Bruder war ihm hier bereits zuvorgekommen, reiste er 1880 aus in die irische Grafschaft Mayo und übernahm dort den Posten eines Grundstückverwalters. Der Ruf eines mitleidlosen Geschäftsmannes ohne Skrupel eilte ihm voraus. Den armen Bauernpächtern der Gegend, die wegen schlechter Ernten große Not litten, presste er selbst den letzten Penny ab. Das sollte sich bitter rächen.
Das neunzehnte Jahrhundert war eine Zeit häufiger Vulkanausbrüche. Erst im Jahre 1872 war auf Java der Merapi ausgebrochen. Es folgten noch im selben Jahr der Mayon auf den Phillipinen und der Vesuv in Kampanien. Ausgebrochen waren in diesem Zeitraum zudem der Grímsvötn in Island, der Vulcano von den Lipparischen Inseln und der Askja, ebenfalls in Island. Durch Millionen Tonnen von Staub, welchen die Vulkane, die Erde verdunkelnd, bis hoch in die Stratosphäre geschleudert hatte, war es zu einer Kälteperiode gekommen. Es gab nicht mehr genügend Licht und das Getreide verkümmerte auf den Feldern. Anstatt den Bauern größere Anbauflächen zur Verfügung zu stellen, um den Verlust ausgleichen zu können, erhöhte der eiskalte Geschäftsmann Boycott die Pacht der herabgewürdigten irischen Bauern, wohl wissend, dass diese so nicht würden überleben können.

Ein Landlord beißt auf Granit

Nicht nur die Bauern, nein, der gesamte Landstrich setzte sich auf seine ganz eigene Weise zur Wehr. Sämtliche Gemeindemitglieder mieden ab da seine Gesellschaft, wechselten die Straßenseite, wenn er des Weges kam. Sämtliche Ladenbesitzer weigerten sich, ihm etwas zu verkaufen. Nach und nach sprangen ihm seine Pächter ab und suchten ihr Heil in anderer Arbeit. Auch sein Dienstpersonal ließ ihn zusehends im Stich. Als schließlich unter dem Einfluss der Irischen Landliga die Eisenbahn sich weigerte, Boycotts Tiere zu transportieren, gab dieser endgültig auf und schlich sich von dannen. Vereinsamt und isoliert starb Bocott 1897 in Flixton in der Grafschaft Suffolk. Sein einfaches Grab kann man heute besuchen auf dem Kirchhof von St Mary, nicht weit entfernt vom Ostfenster.

Wie eine Sci Fi- Kommödie im Giftschrank landete

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In ferner, ferner Zukunft sollte es erneut zu einem Boycott kommen,

diesmal auf einem anderen Planeten. In dem Film ‚Der grüne Planet‘ erklärt einhumanoider Außerirdischer seinen menschlichen Freunden, wie sein Planet sich seinerzeit aus den Fängen des Kapitals befreien konnte. Der 1996 unter dem französischen Originaltitel ‚La Belle Verte‘ erschienene Film ist seit Januar 2014 auf dem Index. Es sind keine CDs mehr von ihm zu erhalten und auf Youtube wurde er kommentarlos gelöscht. Was die Mächtigen an diesem Film fürchten, ergibt sich aus dem folgenden Textausschnitt des Filmes.

„Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat es sich herausgestellt, das die degenerierte Spezies unter den Humanoiden Menschen sich durchgesetzt hat und das Industriezeitalter begründete. Nach dem Industriezeitalter gab es große Proteste und Boykotts gegenüber den Degenerierten. Produzenten von Produkten, die schädlich für Menschen, Tiere und Pflanzen des Planeten waren, wurden des Völkermordes und des Verbrechens am Planeten schuldig gesprochen und verurteilt. Das waren die Lebensmittelindustrie, die Chemiekonzerne, die Produzenten von Waffen, Tabak, Alkohol, die Pharmaindustrie, die Automobilindustrie, die Atomindustrie. Architekten, Ärzte und viele Politiker, die alles zuließen um sich zu bereichern. Es entstand ein Bürgerkrieg, dann folgte der Boykott.

Alles was schädlich für das Leben war, wurde nicht mehr gekauft. Es kam auf den Schrott und keine Polizei, Armee und Behörde konnte diesen Trend aufhalten. Es war Mode geworden die Dinge an den Strassenrand zu stellen, die für die Lage der Menschheit verantwortlich waren. Das war die Lösung. Keine Käufer, keine Produktion.

Diese Epoche nannte sich das Chaos der Prärennaissance. Die Energieversogung der Großfamilienhöfe wurden von Freie- Energie- Maschinen übernommen, die naturentsprechenden Heilverfahren waren in jeder Gemeinde genutzt. Die dezentrale Organisation und Versammlung der Ältesten sorgte für einen regen Austausch über die Regionen hinaus. Die Menschen blieben gesund, wurden 300 Jahre alt und bekamen mit 135 ihre dritten Zähne. Der Tod war nicht länger eine angstbesetzte Bürde, sondern die Transformation der Raupe zu einem Schmetterling.“

Der Film ist schön und erheiternd zugleich. Er kitzelt das Herz und zeigt Lebensalternativen auf, die sich ohne jede Erklärung ganz von selbst auffallend richtig anfühlen. Für einen geruhsamen Nachmittag genau das Richtige.

Links zum Film: auf Vimeo / auf dailymotion / auf veoh

Danke für diese schöne Zusammenfassung an: Denkbonus.wordpress.com


Quellen und weiterführende Links:

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