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☼ Gesundheit, Heilwissen

9 natürliche Wege, um zurückgehendes Zahnfleisch zu heilen

Drei von vier Deutschen trifft es, oft jahrelang unbemerkt: Zahnfleischrückgang ist heute die häufigste Ursache für Zahnverlust und hat sogar Karies vom Thron gestoßen. Die berührende Nachricht ist: Mit neun einfachen Hausmitteln und fünf entscheidenden Nährstoffen können wir das Zahnfleisch heilen, schützen und sogar wieder aufbauen.

Es ist eine schockierende Zahl, die uns wachrütteln sollte: Eine aktuelle Mundgesundheitsstudie zeigt, dass etwa drei Viertel aller Deutschen im Laufe ihres Lebens an einer Zahnfleischentzündung erkranken. Was als harmlose Gingivitis beginnt, schleicht sich oft unbemerkt zur Parodontose weiter, lässt das Zahnfleisch schrumpfen und kostet am Ende ganze Zähne. Mittlerweile hat die Parodontose Karies als Hauptgrund für Zahnverlust abgelöst, ein alarmierender Wandel, von dem in den großen Medien erstaunlich wenig zu hören ist.

Doch dieser Beitrag will dir keine Angst machen, sondern Mut. Unser Körper besitzt eine erstaunliche Selbstheilungskraft, wenn wir ihm die richtigen Werkzeuge in die Hand geben. Die Natur hält dafür eine ganze Schatzkammer an Hausmitteln bereit, die seit Generationen überliefert sind und heute zunehmend von Studien bestätigt werden. Wir zeigen dir hier neun davon, ergänzt durch fünf Nährstoffe, die das Zahnfleisch von innen stärken.

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Was bei Parodontose im Mund geschieht

Bakterien und Keime bilden auf den Zähnen einen Belag, den wir als Plaque kennen. Diese Plaque entzündet das Zahnfleisch, eine erste Stufe, die Mediziner Gingivitis nennen. Das Zahnfleisch wird rot, schwillt an und beginnt beim Putzen zu bluten. In dieser milden Form lässt sich die Entzündung mit gründlicher Mundhygiene meist noch einfangen.

Bleibt sie unbehandelt, entwickelt sich daraus die gefürchtete Parodontose. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, es bilden sich tiefere Taschen, in denen sich Speisereste und Bakterien sammeln. Die Folge sind chronische Entzündungen, die nach und nach den ganzen Zahnhalteapparat schädigen. Besonders erschütternd: Die Symptome bleiben oft lange unauffällig, viele bemerken nichts, bis erste Zähne locker werden.


Der Mund als Spiegel des ganzen Körpers

Was viele nicht wissen: Unser Mund ist eine eigene kleine Welt, in der über 700 Bakterienarten leben. Diese Mundflora steht im ständigen Dialog mit dem ganzen Organismus. Eine kranke Mundflora wird heute mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, rheumatischen Beschwerden und sogar mit Demenz in Verbindung gebracht. Wer sein Zahnfleisch pflegt, schützt also weit mehr als nur die Zähne.

Schon der griechische Arzt Hippokrates wusste vor zweitausend Jahren, dass Heilung dort beginnt, wo die Wurzel der Krankheit liegt:

Eure Nahrung soll eure Medizin sein und eure Medizin soll eure Nahrung sein.

Hippokrates, Vater der westlichen Medizin

Die häufigsten Ursachen für Parodontose

Die Auslöser sind vielfältig: hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahren, ein geschwächtes Immunsystem, falsche Ernährung und chronische Übersäuerung, Diabetes, Karies, bestimmte Medikamente, Rauchen, mangelnde Mundhygiene und vor allem ein Mangel an wichtigen Vitaminen. Auch Dauerstress wirkt unauffällig im Hintergrund und schwächt das Zahnfleisch von innen. Wer sich tiefer mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht beschäftigen möchte, findet eine schöne Vertiefung in unserem Beitrag Anzeichen dafür, dass dein Körper übersäuert ist und 14 natürliche Wege ihn zu entsäuern.

Typische Symptome, auf die du achten solltest

Achte auf Zahnfleischbluten beim Putzen, geschwollenes oder zurückweichendes Zahnfleisch, hartnäckigen Mundgeruch, einen schlechten Geschmack, sichtbare Zahnfleischtaschen, lockere Zähne und unklare Schmerzen. Bemerkst du eines oder mehrere dieser Anzeichen, ist es höchste Zeit, deinem Mund liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Neun natürliche Wege, das Zahnfleisch zu heilen

Die folgenden Hausmittel sind seit Jahrhunderten überliefert und werden zunehmend von wissenschaftlichen Studien gestützt. Sie ersetzen keinen Zahnarzt, doch sie können Wunder wirken, wenn wir sie konsequent anwenden.

1) Natron, das schlichte Wundermittel

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Eine kleine Menge Natron mit etwas Wasser zu einer Paste vermischen und sanft über das Zahnfleisch reiben. Natron neutralisiert die Säuren im Mund, bremst schädliche Bakterien und unterstützt die Wundheilung. Wie vielseitig dieses unscheinbare Pulver wirklich ist, erfährst du in unserem Beitrag Natron, der wahre Feind der Pharmaindustrie.

2) Aloe Vera, die heilende Pflanze

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Aloe-Vera-Gel wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Eine Studie aus der Zahnmedizin zeigte, dass es die Tiefe von Zahnfleischtaschen sichtbar verringern kann. Trage einige Male pro Woche zum Verzehr geeignetes Aloe-Vera-Gel direkt auf das Zahnfleisch auf. Mehr über die heilenden Kräfte dieser besonderen Pflanze liest du in unserem Beitrag Was die Wunderpflanze Aloe Vera mit deinem Körper macht.

3) Teebaumöl, der starke Antiseptiker

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Teebaumöl bekämpft Bakterien und lindert Entzündungen im Mund. Reibe einige Tropfen mehrmals täglich auf das Zahnfleisch oder gib ein bis zwei Tropfen in ein Glas Wasser und spüle damit den Mund. Achte auf hochwertige, naturreine Qualität. Eine Übersicht über alle weiteren Anwendungen dieses Naturschatzes findest du in unserem Beitrag 24 überraschende Anwendungsmöglichkeiten für Teebaumöl.

4) Nelkenöl gegen Schmerzen und Bluten

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Nelkenöl wirkt schmerzstillend und antibakteriell und wird seit Jahrhunderten bei Zahnbeschwerden verwendet. Reibe es sparsam auf die betroffenen Stellen, denn pures Nelkenöl kann das Zahnfleisch reizen. Eleganter ist die Anwendung über eine natürliche Zahnpasta, die Nelkenöl bereits enthält.

5) Kurkuma, die goldene Wurzel

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Kurkuma ist einer der stärksten natürlichen Entzündungshemmer überhaupt. Du kannst die Wurzel täglich in deine Mahlzeiten integrieren oder eine wirkungsvolle Zahnfleischpaste daraus mischen aus einem Teelöffel Kurkuma, einem halben Teelöffel Kristallsalz und einem halben Teelöffel kaltgepresstem Senföl (das ayurvedische, scharfe, nicht das raffinierte Speiseöl). Zweimal täglich aufgetragen, mildert die Paste die Symptome von Gingivitis und Parodontose deutlich. Wenn du tiefer in die Wirkung dieser goldenen Wurzel einsteigen möchtest, lohnt sich unser Beitrag Die heilige Pflanze Kurkuma, die mindestens zehn Medikamente überflüssig machen kann.

6) Salbei und Thymian, die Klosterkräuter.

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Beide wirken stark entzündungshemmend und unterstützen den Zahnfleischaufbau. Gib zwei Esslöffel getrocknete Kräuter auf eine Tasse heißes Wasser, lasse 15 Minuten ziehen und nutze die abgekühlte Mischung über den Tag verteilt als natürliche Mundspülung. Wie kraftvoll Thymian darüber hinaus wirkt, zeigt unser Beitrag Studie: Thymianöl ist wirksamer zur Schmerzlinderung als Ibuprofen.

7) Kristallsalz, der einfache Helfer

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Salzwasser bremst das Wachstum schädlicher Bakterien und schützt vor Karies wie Parodontitis. Spüle mehrmals täglich mit einer gesättigten Salzlösung den Mund und massiere das Salzwasser mit der Zahnbürste sanft an die Zahnhälse und in die Zahnfleischtaschen.

8) Kokosöl und das altindische Ölziehen

Kokosöl pflegt die Mundschleimhaut, beugt Entzündungen vor und kann nach traditioneller ayurvedischer Lehre Zahnstein, Mundgeruch, Karies und Zahnfleischbluten reduzieren. Spüle morgens und abends den Mund mit einem Teelöffel naturreinem Kokosöl. Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Beitrag Warum tägliches Öl-Ziehen mit Kokosöl so gesund ist. Schon 15 Minuten täglich entfalten die volle Wirkung.

9) Ausgewogene Ernährung als Fundament

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Stärke deine Kieferknochen mit kalziumreichen pflanzlichen Lebensmitteln wie grünem Blattgemüse, Sesam, Mandeln und Brokkoli. Eine tägliche Portion Rohkost trainiert beim Kauen das Zahnfleisch und versorgt es zugleich mit den Nährstoffen, die es zur Erneuerung braucht. Eine besonders sanfte Form, viel Grün auf einmal aufzunehmen, sind grüne Smoothies, denen wir einen ganzen Beitrag gewidmet haben.

Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheit brauchen müssen.

Sebastian Kneipp, Pfarrer und Naturheilkundiger

Fünf Nährstoffe, die das Zahnfleisch von innen heilen

Was wir essen, baut sich Zelle für Zelle in unser Zahnfleisch ein. Die folgenden fünf Nährstoffe sind besonders wichtig, wenn wir Parodontose vorbeugen oder rückgängig machen wollen.

1) Vitamin A. Carotinoide stärken die Schleimhäute und das Zahnfleisch. Sie stecken reichlich in grünem Blattgemüse, in Karotten, Süßkartoffeln, Aprikosen und allen rot, gelb und orange leuchtenden Früchten. Tägliche grüne Smoothies oder Basendrinks sind eine wundervolle Quelle.

2) Vitamin C. Es kräftigt das Bindegewebe und unterstützt die Neubildung von Zahnfleisch. Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Sanddorn und Hagebutten liefern es in natürlicher Fülle.

3) Vitamin D, der unterschätzte Heiler. Ein Mangel kann Parodontose direkt mit auslösen. Fehlt Vitamin D, wirkt sich Plaque besonders aggressiv auf das Zahnfleisch aus, das Gewebe neigt zu Blutungen und löst sich im schlimmsten Fall. Gleichzeitig regt Vitamin D die Bildung körpereigener antimikrobieller Stoffe an, die wie ein natürlicher Schutzfilm wirken. Wichtig: Vitamin D sollte immer zusammen mit Vitamin K2 eingenommen werden, sonst kann es zu unerwünschten Verkalkungen kommen. Wie weitreichend Vitamin D wirkt, beschreiben wir in unserem Beitrag Sonnenvitamin D repariert verhärtete Blutgefäße bereits nach vier Monaten.

4) Folsäure. Von Parodontitis betroffenes Zahnfleisch ist auffällig arm an Folsäure. Sie steckt vor allem in grünem Blattgemüse, in Grasdrinks, grünen Smoothies und in Rohkost. Da Folsäure hitzeempfindlich ist, gehen in gekochten Speisen die meisten Anteile verloren.

5) Omega-3-Fettsäuren. Forscher der Harvard University und des Beth Israel Deaconess Medical Center kamen nach umfangreichen Untersuchungen zu einem klaren Ergebnis: Je höher die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, desto niedriger die Parodontitis-Erkrankungsrate. Beste pflanzliche Quellen sind Leinöl, Hanföl, Walnüsse, Chiasamen und Algenöl.

Was wir sonst noch tun können

Verwende weiche Zahnbürsten und putze immer vom Zahnfleisch zu den Zähnen, nie umgekehrt. Vermeide das Putzen unmittelbar nach Mahlzeiten mit sauren Lebensmitteln wie Zitrusfrüchten oder Ananas, weil der Zahnschmelz dann angreifbar ist. Desinfiziere deine Zahnbürste regelmäßig und tausche sie alle zwei Monate aus.

Ein Zungenschaber entfernt Bakterien und Mundgeruchverursacher, die sich nachts auf der Zunge sammeln. Eine tägliche Zahnfleischmassage mit dem sauberen Finger oder einer weichen Bürste regt die Durchblutung an und festigt das Gewebe. Vermeide außerdem so weit wie möglich Rauchen, anhaltenden Stress und zuckerhaltige Lebensmittel, denn alle drei beschleunigen den Zahnfleischrückgang.

Bitte etwas Geduld auf dem Heilungsweg

Die genannten natürlichen Hausmittel können Zahnfleischschwund stoppen und die Heilung anstoßen, doch sie wirken in der ruhigen Geschwindigkeit der Natur. Plane mehrere Wochen ein, in denen du eine Auswahl der Mittel konsequent anwendest, dann wirst du erste Veränderungen spüren. Dein Zahnfleisch wird fester, das Bluten weniger, der Atem klarer. Was sich seit Jahren stillschweigend zurückgezogen hat, kann sich nicht über Nacht erneuern, doch es kann sich erneuern, und das ist eine wundervolle Wahrheit.


Empfehlungen zum Thema:

Wenn du dein Zahnfleisch gezielt unterstützen möchtest, findest du hier die besten Begleiter zu diesem Thema:
1) Vegane Vitamin D3 plus K2 Tropfen*, das ideale Duo für gesundes Zahnfleisch, starke Knochen und ein widerstandsfähiges Immunsystem.
2) Bio-Teebaumöl in Apothekenqualität*, der bewährte natürliche Antiseptiker für die tägliche Mundpflege.
3) Bio-Kokosöl nativ und kaltgepresst*, dein milder, vielseitiger Begleiter für Ölziehen, Pflege und Küche.
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ilona silberfee
ilona silberfee
5 Jahre vor

ich habe ca 15 jahre meine zähne mit kaisernatron geputzt, das ende vom lied mein zahnschmelz ist fast verschwunden und meine zahnhälse sind immer mehr frei gelegt. nicht schön. ich benutze es nicht mehr.

rosemarie
rosemarie
8 Jahre vor

und wo bekomme ich so ein Gel oder kaufe ich mir da eine Pflanze?

Chris
Chris
8 Jahre vor
Antwort auf  rosemarie

Ja, eine Pflanze kaufen, was du bei der Gelgewinnung beachten musst kannst du in Youtube Videos sehen.

Max
Max
9 Jahre vor

Hallo, was sollte es den für ein Aloe Vera gel sein ?
Sicherlich kein Körpergel für Haut und Haare ? oder ?

Lg Max

Katrin Stracke
Katrin Stracke
8 Jahre vor
Antwort auf  Max

Das ist das Gel („inneres Pflanzenmark“), welches mit einem Löffel aus dem aufgeschnittenen Aloe Vera Blatt geschabt werden kann.
Lg Katrin

Johanne Blaschke
Johanne Blaschke
10 Jahre vor

Tolle Info. Danke

Mathilde H
10 Jahre vor

Danke für diese Informationen. Werde ich ausprobieren.
LG Mathilde