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Jul 03

Ähnlich wie Opium: Das beste natürliche Schmerzmittel, das in deinem Garten wächst

Akute oder chronische Schmerzen macht jeder irgendwann im Leben einmal durch. Auch wenn es uns drastisch in Erinnerung ruft, dass sich der Körper entweder von irgendetwas erholt oder dass etwas Schlimmes in ihm vorgeht, müssen wir oft eingreifen, um die Schmerzen zu lindern, wenn wir unser tägliches Leben weiterführen und unserer Arbeit nachkommen wollen wie gewohnt.

Als erstes greifen wir dann häufig zu verschreibungspflichtigen oder auch rezeptfreien Medikamenten, doch die haben meistens schädliche Nebenwirkungen. Leider führt dies dazu, dass ein großer Teil unserer Bevölkerung, abhängig von Chemie wird, was jedoch nur das Problem verschleiert, anstatt die Ursache zu beseitigen.  Doch einigen Menschen wird allmählich bewusst, dass es auch natürliche Mittel gibt, die genauso wirksam oder sogar noch wirksamer sein können als Medikamente.

Hast du jemals Wilden Lattich probiert? Es ist eines der besten natürlichsten Schmerzmittel und wird oft verwendet wegen seiner beruhigenden Wirkung.

Lactuca Virosa ist der wissenschaftliche Begriff für diese Pflanze. Der Wilder-Lattich, auch Gift-Lattich, Stinklattich, Opium Lattich, Stinksalat  oder Opium-Salat genannt, ist ein naher Verwandter des Kopfsalats, eine Art aus der Gattung Lattich (Lactuca), aus der Familie der Korbblüter (Asteraceae). Nicht zu verwechseln mit Stachel-Lattich (Lactuca serriola)

Die Pflanze wird häufig als Opium-Ersatz angepriesen, auch wenn sie keine Opioide enthält und doch recht deutlich anders als Opiate wirkt. Dennoch – wirksam ist es allemal! Viele Menschen haben es früher anstelle von süchtig machenden und verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln verwendet.

Wilder Lattich als eine gesunde Alternative

Der Grund, warum es als Opium-Salat bezeichnet wird, beruht auf den schmerzlindernden und beruhigenden Wirkungen, die durch eine weiße Substanz, die im Stamm und in den Blättern gefunden wird, bekannt ist.

Diese milchige Substanz heißt Lactucarium. Und auch wenn es keine Opiate enthält,
hat es doch ähnliche Nebenwirkungen bei der Verwendung – es wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem (ZNS), um das Schmerzgefühl zu vermindern, genau wie Morphium. 

Auch wenn es das am besten gehütete Geheimnis zu sein scheint, hat es eine Geschichte der Verwendung als Alternative zur Schmerzlinderung.

Heute verwenden die Franzosen das destillierte Wasser aus dieser Pflanze als mildes Beruhigungsmittel. Die Hopi-Indianer rauchten den Saft, um in einen milden euphorischen Traum zu fallen. Der milchige Saft ist reich an Lacturacium, eine Art schmerzlindernde Opiate. Diese werden später gesammelt und getrocknet. Lactupiricin, Lactucin und Lactucipiricin sind einige ihrer Hauptverbindungen. Diese Pflanze hat eine starke analgetische Wirkung und zeigte sogar eine stärkere Wirkung als Ibuprofen. Nach Ansicht von Wissenschaftlern haben Lactucin und Lactucopiricin eine beruhigende Wirkung.

Historische Verwendung

Gift-Lattich (Lactuca virosa), Illustration                               Quelle: wikipedia.org

Giftlattich wurde seit dem Altertum als Heilpflanze verwendet. Zunächst im Mittelmeerraum,
später auch in anderen Regionen, war seine angeblich beruhigende, harntreibende Wirkung geschätzt. 
Der Giftlattich war die heilige Pflanze des ägyptischen Gottes Min, dessen Symbole der Phallus und der Lattich waren.

Hippokrates schrieb 430 v.Chr. über die unterschiedlichen Vorzüge des wilden Lattichs und des Kopfsalats. Der römische landwirtschaftliche Schriftsteller Columella beschrieb im Jahr 42 vier Lattich-/Salatsorten, und Plinius nur 57 Jahre später deren neun. Kaiser Augustus soll für seine Genesung von schwerer Krankheit den Gift-Lattich verantwortlich gemacht haben und so beeindruckt gewesen sein, dass er zu Ehren seines Leibarztes Antoniua Musa eine Statue errichten ließ.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts sollen immer mehr Ärzte den getrockneten Milchsaft des Gift-Lattichs (das Lactucarium) als Opiumersatz verwendet haben. Um 1847 wurde die Pflanze im Moselgebiet großflächig angebaut, und das gewonnene Lactucarium von Zell über England in die USA verschifft. Auch in anderen europäischen Ländern gab es zu dieser Zeit einen Anstieg des Anbaus von Giftlattich.

Im 18. und 19. Jh. wurde der Giftlattichanbau nur von wenigen Familien als kleine Nebenbeschäftigung betrieben. Die Ernte wurde in rohem Zustand über Aufkäufer abgenommen und landesweit an Apotheken vertrieben. Hauptanwendungsbereich war der Einsatz als Betäubungsmittel und zur Behandlung von Bronchialerkrankungen.

Während des 1. Weltkrieges stieg der Bedarf an Betäubungs- und Schmerzmittel für die vielen verwundeten Soldaten rasant an. Opium aus Asien war teuer bzw. überhaupt nicht in den benötigten Mengen zu beschaffen. Dieses führte zu einer starken öffentlichen Förderung des Giftlattichanbaus und zu nennenswerten Ertragschancen, die von den Winzern gerne wahrgenommen wurden.

Auch nach dem Krieg blieb der Bedarf bestehen, denn die verbesserten medizinischen Möglichkeiten und die starke Zunahme von Operationen etc. Konterkarierte den Bedarfsrückgang für die Kriegsverwundeten. 

Der 2. Weltkrieg verursachte dann nochmals eine kurze Blütezeit im Anbau. 1948 wurde behördlicherseits nochmals versucht, den Anbau zu forcieren. “Es ist erwünscht, daß der Anbau dieser Pflanze so gefördert wird, daß der Bedarf von Heilmitteln wieder aus der heimischen Pflanze gedeckt werden kann”, schrieb der Landrat an die Bürgermeister. Später dann wurde asiatisches Opium preislich erschwinglich und konnte in ausreichenden Mengen eingeführt werden. Der Giftlattichanbau kam danach gänzlich zum Erliegen.

Forscher im Iran zeigten, dass Opium-Lattich als Schmerzmittel und Beruhigungsmittel lange vor der viktorianischen Zeit verwendet wurde.

Das Papier des Instituts für die Geschichte der Wissenschaft, veröffentlicht unter dem Titel Lettuce, Lactuca sp, als Heilpflanze in polnischen Publikationen des 19. Jahrhunderts, besagt:

“Die Wirkung der Substanz war etwas schwächer als die von Opium, aber frei von den schädlichen Nebenwirkungen und die medizinische Praxis zeigte, dass in einigen Fällen Lactucarium sogar bessere Heilwirkungen als Opium produzierte”.

Gift-Lattich: Die Stacheln auf der Unterseite der Blätter sind gut sichtbar /Quelle: wikipedia.orgCC BY-SA 3.0

Gesundheitliche Vorteile:

Wilder Lattich kann auch bei der Behandlung von Husten verwendet werden. In der Volksheilkunde wurden die getrockneten Blätter des Giftlattich gegen Reizhusten, Keuchhusten, Asthma, Schlafprobleme, zappelige Kinder, schmerzhafte Periode, Gicht und sogar gegen Nymphomanie eingesetzt. Der Milchsaft aus den frischen Blättern (Giftlattichsaft) wurde als Schmerzmittel und Beruhigungsmittel genutzt.  

Asthma

Der wilde Lattich wurde oft bei Asthmatikern verwendet. Es lindert die Symptome und bietet sofortige Linderung.

Angstzustände

Patienten, bei denen Angststörungen diagnostiziert wurden, können die beruhigende Wirkung von wildem Lattich spüren.

Migräne / Kopfschmerzen

Lattich lindert die Schmerzen und sorgt dafür, dass die Schmerzen nicht so häufig auftreten.

Schmerzen und Spannungen

Das populäre Opiat lindert Schmerzen, reduziert Spannungen und entspannt den Körper und den Geist.

Schlaflosigkeit

Der wilde Lattich kann eine grossartige Hilfe sein bei Schlaflosigkeit. Es entspannt den Körper und verbessert die Schlafqualität.

Diese Pflanze bot aber mehr als nur heilende Eigenschaften und die Menschen nutzten seine Wirkung um eine milde Euphorie zu geniessen. Es enthält keine wirklichen Opiate und seine Verwendung wird dich nicht ins Gefängnis bringen.

Wenn du es unkontrolliert in hohen Mengen verwendest, verursacht es Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Angst.

Verwendung

Schneide die Pflanze und drücke den milchigen Saft aus. Gib es in Alkohol und mach eine heilende Tinktur. Verwende die Blütenspitzen und frische Blätter anstelle des Saftes, wenn du es einfacher findest.

Die gemahlenen Wild Lettuce Kräuter werden als wohltuender und entspannender Kräutertee verwendet.Lass den Lattich trocknen und mach dir eine schöne Tasse Tee (etwa zwei Teelöffel des Krautes pro Tasse) Du kannst auch 1 Gramm des Saftes verwenden.  

Es hat eine ähnliche Wirkung wie Opium, aber mit einer weniger starken Wirkung und ohne süchtig machende Nebenwirkungen. Wilder Lattich kann auch zu einer besseren Nachtruhe Schlaf beitragen. Das Kraut gibt auch schwache Nerven eine angenehme Ruhe. Der Gift-Lattich hilft beim Entspannen und ist gut für das psychische Gleichgewicht. Bei Husten oder gereizten Atemwegen kann es Teil einer Kräuterbehandlung sein und Hilfe bieten.

Gewinnung des Lactucarium

Die oberen Teile der Pflanze, wie Blüten oder Stiele werden durchgeschnitten, der heraus tretende Milchsaft wird in ein Gefäß aufgefangen.
Man kann bei jeder Pflanze mehrere Male Lactucarium ernten, in dem man die Schnitte immer tiefer ansetzt. Um genug zu gewinnen benötigt man natürlich jede Menge Pflanzen.

Dosierung des Giftlattichs

Die orale Dosis des Krauts ist etwa 10-20g. Für eine leichte beruhigende Wirkung reichen auch schon 5g. Wenn das Lactucarium eingenommen wird, sollen schon Dosierungen von 0,05 bis 0,1 Gramm hustenreizlindernd wirken. Bei Schmerzen wurden bis zu 0,3 Gramm gegeben. Die maximale Einzeldosis wird mit 0,3 bis maximal 1 Gramm angegeben. Verwende auf keinen Fall mehr als das, da sonst nachteilige Auswirkungen auftreten können.

Zur Vorsicht sollte auch gemahnen, daß die Bitterstoffe als schwache Kontaktallergene wirken können. Wer also eine Salatallergie hat, sollte die Finger von Lactucarium lassen.

Gift-Lattich kommt hauptsächlich an der Mosel, wo er an Weinbergen angebaut wurde, im Rheinland und am Main vor. Ein gehäuftes Vorkommen gibt es auch in Sachsen-Anhalt. 

Giftlattich kann aber auch bestellt oder aus Samen selbst aufgezogen werden.

Probier es einfach aus! – die Natur gibt uns so vieles. 

Empfehlung zum Thema:

Buch: Gesundheit aus der Apotheke Gottes: Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern von Maria Treben


Quellen: Ask A Preppe / livingtraditionally.com /  abc.net.au / Wikipedia//Lactucarium / www. wildletuce.com

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