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Feb 02

Aus diesem schockierenden Grund rät ein Schweizer Fachgremium von Mammographie-Screenings ab!

Das unabhängige Swiss Medical Board (SMB) – ein Schweizer Fachgremium zur Beurteilung medizinischer Leistungen – hat erst kürzlich einen neuen 83-seitigen Bericht zum Nutzen systematischer Mammographien veröffentlicht und stellt darin die Sinnhaftigkeit der Screening-Programme eindeutig in Frage. Ja, das Gremium rät sogar definitiv von Mammographien in Form von Screening-Programmen ab.

Swiss Medical Board hat beauftragt, eine Überprüfung der Mammographie-Screenings vorzubereiten. Es beinhaltete einen medizinischen Ethiker, einen klinischen Epidemiologen, einen klinischen Pharmakologen, einen onkologischen Chirurg, einen Rechtsanwalt und einen Gesundheits-Ökonomen.

In dem ‘New England Journal of Medicine’ teilten zwei Mitglieder -Nikola Biller-Andorno M.D. Ph. D. und Peter Juni, M.D. ihre Perspektive und sagten: ”Als wir mit dem Projekt begannen, waren wir uns der Kontroversen, die das Mammograpie-Screening für die letzten 10-15 Jahre umgab, bewusst. Und als wir dann die verfügbaren Beweise erhielten und ihre Konsequenzen im einzelnen betrachteten, wurden wir zunehmend besorgt.”

Die Schäden von der Überdiagnose

Die Ärzte erklärten, wie schockiert sie waren, so wenig Beweise dafür finden zu können, dass die Vorteile von Mammograpie-Screenings mehr nützten als die Schaden.

”Die relative Risikoreduktion von etwa 20% bei der Brustkrebssterblichkeit, die mit der Mammograpie assoziiert ist, wird derzeit von den meisten Expertengremium als eine beträchtliche diagnostische Kaskade beschrieben, mit wiederholter Mammographie, anschliessenden Biopsien und einer Überdosis von Brustkrebs-Fällen, die niemals klinisch erkennbar geworden wären.

Nach Angaben der kanadischen nationalen Brust-Screening Studie, die über einen Zeitraum von 25 Jahren durchgeführt wurde, 21,9 % der  Screen-erkannten Krebserkrankungen sind über-diagnostiziert.

Die Ärzte erklärten: ”Das bedeutet, dass bei 106 der 484 gesunden Frauen in der Screening-Gruppe Brustkrebs fälschlicherweise diagnostiziert wurde und sie unnötig dagegen behandelt wurden, was zu unnötigen chirurgischen Eingriffen, Strahlentherapien, Chemotherapien oder einer Kombinationen dieser Therapien führte.

Die Vorteile werden weitgehend überschätzt

Eine zusätzliche Überprüfung von 10 Studien mit mehr als 600’000 Frauen zeigte keine Hinweise darauf, dass Mammograpie-Screening eine Auswirkung auf die Gesamtsterblichkeit hatte, was Fragen aufkommen liess über die Vorteile davon.

Eine Umfrage über die Wahrnehmung der Frauen ergab, dass 71,5% der Frauen glaubten, dass die Mammograpie das Risiko um mindestens 50 % reduziert, an Brustkrebs zu sterben.

72,1% der Befragten glaubten, dass mindestens 80 Todesfälle verhindert werden könnten durch das Screening von jeder 1’000 Frau.

Hier sind die tatsächlichen Zahlen: Mammograpie bietet eine Risikoreduktion von 20% und gerade mal 1 Tod von 1’000 kann dadurch verhindert werden.

Der Schweizerische Ärzterat war besorgt um den alarmierenden Unterschied in der Zahl. Sie fragten sich, wie Frauen eine fundierte Entscheidung treffen könnten, wenn sie die Vorteile der Mammographie so weit überschätzen. Ihr Bericht wurde am 2. Februar 2014 veröffentlicht. Sie stellten fest, dass es keine Anhaltspunkte dafür gab, dass das Mammographie-Screening die Gesamtmortalität beeinträchtigte und betonte den Schaden von falschen positiven Tests und das Risiko einer Überdiagnose.

 

Schauen wir uns die Zahlen an. Für jeden verhinderten Brustkrebs-Tod bei den Frauen in den USA, die sich ab dem 50. Lebensjahr jedes zweite Jahr auf ein Screening einlassen :

  • 490 von 670 Frauen haben eine falsche positive Mammographie mit Wiederholungstest
  • 70 von 100 Frauen haben eine unnötige Biopsie
  • 3 von 14 Frauen haben einen überdiagnostizierten Brustkrebs, der klinisch nie offensichtlich geworden wäre

Die letzte Empfehlung

Die Empfehlung des Swiss Medical Board war, dass keine neuen systematischen Mammograpie-Screenings-Programme eingeführt werden und dass eine zeitliche Begrenzung auf bestehende Programme gesetzt wird.

Darüber hinaus erklärten sie, dass die Qualität aller Formen des Mammographie-Screenings neue bewertet werden soll und  Frauen klare Informationen, über möglichen Vorteile aber auch den Risiken und Nebenwirkungen, die durch Screenings entstehen, erhalten sollen.

Denn Mammographien können sogar Krebs durch die Bestrahlung des Brustgewebes überhaupt erst auszulösen. Wird Gewebe nämlich sehr oft einer entsprechenden Bestrahlung ausgesetzt, kann es zu Mutationen und damit auch zu Krebs kommen. Bereits vorhandene, aber noch schlummernde Krebszellen könnten durch die Bestrahlung ferner aktiviert werden.

Bereits frühere Forschungen haben zwingende Beweise für einen Zusammenhang zwischen Mammografie und Brustkrebs erbracht. So wurde beispielsweise in einem in „Archives of Internal Medicine“ des Amerikanischen Ärzteverbands veröffentlichten Bericht beschrieben, dass der Beginn des Mammografie-Screenings in Europa mit einem Anstieg der Brustkrebs-Häufigkeit in Verbindung gebracht wird. Eine im „Journal of the National Cancer Institute“ veröffentlichte Studie der Johns Hopkins University hat ergeben, dass die Strahleneinwirkung bei Mammografien, bei Frauen mit einem genetisch erhöhten Brustkrebsrisiko, bösartige Tumoren auslösen könnte.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20146798 /

Die Empfehlungen des Swiss Medical Board sind nicht rechtsverbindlich, aber der Bericht steht nicht im Einklang mit der Meinung einer Reihe von Schweizer Krebsexperten und -Organisationen. Nach Ansicht der Ärzte im Vorstand: ”Eines der Hauptargumente dagegen war, dass es dem weltweiten Konsens führender Experten auf dem Gebiet widersprach…Ein weiteres Argument war, dass der Bericht die Frauen beunruhigte, aber wir fragen uns, wie man beunruhigte Frauen vermeidet, angesichts der verfügbaren und eindeutigen Beweise.”

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Quellen: Bericht Medical Board / real farmacy /www.medical-board.ch /www.ncbi.nlm.nih.gov /www.bmj.com

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Kommentare

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1 Kommentar

  1. Claudia

    Da stimme ich Jolanda Röthlisberger zu. Das war bei mir auch so.

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