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Feb 01

Bolivien verabschiedet „Gesetz von Mutter Erde“, das unserem Planeten als lebendes System Rechte einräumt

Das Gesetz von Mutter Erde („Ley de Derechos de La Madre Tierra“) erklärt den Planeten als heilig und erhebt ihn zu einem lebenden System, welches das Recht darauf hat, vor Ausbeutung beschützt zu werden.

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Darin enthalten sind 11 deutlich erklärte Rechte der Umwelt. Es wurde der Plurinationalen Legislativen Versammlung Boliviens verabschiedet. Das aus 10 Artikeln bestehende Gesetz stammt aus dem ersten Teil eines längeren Gesetzentwurfes, der vom Vereinigungspakt („Pacto de Unidad„) im November 2010 entworfen und verabschiedet wurde. Können wir dieses Gesetz bitte weiter verbreiten? Es muss eine Möglichkeit für die freie Marktwirtschaft geben, als System zu funktionieren und gleichzeitig diesen Planeten mit Achtung zu behandeln. Punkt.

In Übereinstimmung mit der Philosophie der „Erdmutter“-Göttin Pachamama heißt es dort: „Sie ist heilig, fruchtbar und die Quelle des Lebens, die in ihrem Mutterleib alle Lebewesen ernährt und sich um sie kümmert. Sie ist in stetiger Balance, Harmonie und Kommunikation mit dem Kosmos. Sie besteht aus allen Ökosystemen und Lebewesen und ihrer Selbstorganisation.“

„Hier wird Weltgeschichte geschrieben. Die Erde ist die Mutter von allen“, sagte der Vizepräsident Alvaro García Linera. „Dadurch wird eine neue Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur hergestellt, deren Harmonie zur Garantie ihrer Regeneration bewahrt werden muss.“

Das Gesetz benennt sieben spezifische Rechte, auf die Mutter Erde und die Lebenssysteme, die Bestand von ihr sind, ein Anrecht haben:

  • Ein Recht auf Leben: Damit ist das Recht gemeint auf die Aufrechterhaltung der Integrität von Lebenssystemen und von natürlichen Prozessen, die sie unterstützen. Dazu gehören ebenfalls die Kapazitäten und die Konditionen für ihre Erneuerung.
  • Ein Recht auf die Vielfalt des Lebendigen: Damit ist das Recht gemeint auf die Erhaltung der Unterscheidung und Vielfalt der Lebewesen, aus denen Mutter Erde besteht; und zwar ohne, dass sie genetisch verändert werden oder dergestalt künstlich in ihrer Struktur verändert werden, dass es ihre Existenz, ihre Funktionsweise und ihr zukünftiges Potenzial bedroht.
  • Ein Recht auf Wasser: Damit ist das Recht auf den Erhalt der Qualität und der Komposition des Wassers gemeint, um die Lebenssysteme zu erhalten und sie insbesondere vor Verunreinigung zu beschützen, um das Leben von Mutter Erde und all ihrer Bestandteile zu erneuern.
  • Ein Recht auf saubere Luft: Damit ist das Recht auf den Erhalt der Qualität und der Komposition der Luft gemeint, um die Lebenssysteme zu erhalten und sie insbesondere vor Verunreinigung zu beschützen, um das Leben von Mutter Erde und all ihrer Bestandteile zu erneuern.
  • Ein Recht auf Balance: Damit ist das Recht auf den Erhalt oder die Wiederherstellung der Wechselbeziehungen, der wechselseitigen Abhängigkeit, sowie der Fähigkeit zur Ergänzung und Funktionalität der Komponenten von Mutter Erde untereinander; dies soll in einer ausgewogenen Weise erfolgen, so dass sich die Zyklen fortsetzen können, und so dass sich ihre überlebenswichtigen Prozesse erneuern können.
  • Ein Recht auf Wiederherstellung: Damit ist das Recht auf die effektive und rechtzeitige Wiederherstellung der Lebenssysteme gemeint, die direkt oder indirekt durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden.
  • Ein Recht auf ein Leben ohne Kontamination: Damit ist das Recht auf die Bewahrung von Mutter Erde und all ihrer Komponenten gemeint, insbesondere in Bezug auf den Schutz vor toxischem oder radioaktivem Abfall, der durch menschliche Aktivitäten generiert wird.

Darüber hinaus fördert Boliviens Regierung kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe, um bis 2020 im Lebensmittelsektor komplett autark zu werden und sämtliche Lebensmittel selbst herzustellen.

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By Joel Alvarez (Joels86) – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5091216

Die Regierung Boliviens stellt 40 Millionen Dollar bereit, um kleine und mittelständische landwirtschaftliche Betriebe zu fördern, um die heimische Lebensmittelproduktion zu verbessern. Entwicklungs- und Landwirtschaftsminister Marisol Solano erklärte, es gebe landesweit derzeit über 20 Projekte für den Ausbau der Ernährungssicherheit.

Damit soll der Anbau von Obst, Gemüse, Kartoffeln, Getreide, Kaffee und Kakao verbessert werden. Lokale Kapazitäten sollen damit verbessert werden. Seit 2014 konnte die Nahrungsmittelproduktion bereits um 25 Prozent erhöht werden, Ziel der Aktion ist die komplette Autarkie Boliviens im Nahrungsmittelsektor bis 2020.

Importe sollen weiter zurückgefahren werden, um Boliviens Landwirten und lokalen Unternehmen nicht zu konkurrieren und diese so vor Arbeitslosigkeit oder Armut zu schützen.


Quellen: TeleSur, Underground Reporter /  Von Bill Ottman bei minds.com. Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com durch Sina von Der Wächter.

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