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Mrz 23

Biologisch abbaubare Flaschen aus Algen könnten eine Alternative zu Plastik sein

Der isländische Produktdesigner Ari Jónsson möchte sich gegen die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll engagieren. Aus diesem Grund hat er eine Wasserflasche aus Algen entworfen, die biologisch abbaubar ist.
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Herkömmliche  Wasserflaschen aus Plastik machen einen großen Anteil der weltweiten Nahrungsmittelverpackungen aus. Allein die USA verbraucht etwa 50 Milliarden Plastikflaschen jährlich, dies entspricht einem Rohstoff-Verbrauch von rund 17 Millionen Fässern Rohöl. Weltweit liegt der Verbrauch derzeit sogar bei 223 Milliarden Litern abgefülltes Wasser pro Jahr. Recycelt wird davon nur rund ein Viertel.
Der Rest verschmutzt und vergiftet unsere Umwelt:  Denn eine Kunststoffflasche benötigt bis zu 450 Jahre, bis sie sich zersetzt hat. Plastik ist biologisch ‚inert‘, also sehr stabil und löslich, und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen, so dass Mikroplastikpartikel zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut werden. Eine Anreicherung von Kunststoffen wird weltweit an Stränden, in Meeresstrudeln und Sedimenten beobachtet.

Die Motivation, die Jónsson für sein Projekt gegenüber Inhabitat äußert, sollte grundsätzlich jedem einleuchten, der sich schon einmal mit der Umweltverschmutzung durch Plastik auseinandergesetzt hat:

„Ich fühle, dass es dringend notwendig ist, einen Weg zu finden, einen Teil der irrealen Menge an Plastik zu ersetzen, die wir herstellen, nutzen und jeden Tag wegwerfen. Warum verwenden wir Materialien, die Hunderte von Jahren brauchen, bis sie zersetzt sind, um aus ihnen zu trinken und sie dann wegzuwerfen?“

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Statt diesen Umstand hinzunehmen, hat der isländische Produktdesigner entschieden, aktiv zu werden, und ein Projekt auf den Weg gebracht, das einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Plastikmülls darstellen könnte: Die von ihm entwickelte Wasserflasche besteht nicht wie andere Modelle aus Plastik oder Glas, sondern aus Agar.

Dabei handelt es sich um eine in den 1650er Jahren in Japan entdeckte Substanz, die aus Algen gewonnen wird. Vegetarier und Veganer wird Agar vermutlich ein Begriff sein. Die Substanz wird nämlich zum Beispiel als Ersatz für Gelatine in Nachspeisen verwendet.

Jónsson wiederum verwendet die Substanz für die Herstellung seiner biologisch abbaubaren Wasserflaschen. Dabei vermischt er pulverförmigen Agar ganz einfach mit Wasser. Im Anschluss erhitzt er die geleeartige Mischung, bevor er die Masse in eine kalte Form gießt. Diese wird dann so lange in Eiswasser geschwenkt, bis die Flasche fertig ist.

Das Spannende: Mit Wasser befüllt behält die Algenflasche ihre Form. Sobald sie allerdings leer ist, beginnt sie, sich zu zersetzen und ist dabei zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Schafft es die auf dem isländischen Design-Festival DesignMarch vorgestellte Wasserflasche aus Algen zur Marktreife, könnte sie einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen die Umweltverschmutzung leisten.

Algen scheinen in diesem Kontext aktuell eine immer wichtigere Rolle zu spielen. Wie Dezeen berichtet, haben nämlich zum Beispiel auch Industriedesigner in London eine Wasserflasche aus Algen entwickelt, die sogar essbar ist.


Quelle: Dezeen.com

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