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Jul 12

5 alltägliche Situationen, die Introvertierte nicht ertragen können

introvert

Introvertierte sind anders als die meisten Menschen. Sie schauen eher nach innen, fokussieren sich auf ihre Gedanken und Gefühle und verarbeiten sie innerlich. Manchmal ignorieren sie die Außenwelt, doch dies nicht aus mangelndem Interesse.

Sie sind als ruhige und zurückgezogene Individuen bekannt. Dies ist nicht so, weil sie schüchtern wären, sondern weil sie keinen Sinn darin sehen Worte zu sagen, die es nicht wert sind gesagt zu werden. Sie sind nicht asozial, sie sind einfach bewusst sozial und suchen sich behutsam aus, mit wem sie Zeit verbringen und wo sie Energie rein stecken. Sie sind keine Streber oder Langweiler, sie bleiben bloß lieber drinnen, anstatt am Wochenende die ganze Zeit draußen zu verbringen.

Als Introvertierter weiß man, wie es sich mit all den sozialen Gefügen verhält. Man muss sich viele Strategien beibringen, um durch diese Situationen zu navigieren. Gleich sehen wir uns die sozialen Situationen an und die Gedankengänge, die Introvertierte durchgehen, wenn sie mit anderen Menschen interagieren.

Introvertierte können kontaktfreudig, dennoch zurückgezogen sein. Bestimmte Situationen sind für sie meistens schrecklich, ..Situationen wie..


1) Vorstellen

„Wie halte ich die Konversation am laufen? Werden wir uns mögen? Lächle ich genug?“ Sich vorzustellen ist für Introvertierte schwierig. Lernen Introvertierte neue Menschen auf einfache und natürliche Weise kennen, dann geht das gut. Das ist ihnen jedoch auch oft gar nicht so wichtig. Vorstellungen jedoch, fühlen sich erzwungen an und Introvertierte können dabei gestresst und angespannt sein und sich unwohl fühlen.

Gedankengänge: „Jetzt muss ich so tun als wäre mir das wichtig diesen Menschen kennenzulernen. Wie halte ich die Konversation aufrecht? Was tue ich, wenn es peinlich wird? Lächle mehr, tue so als würdest du dich wirklich freuen. Stelle Augenkontakt her. Na gut, die Kommunikation lässt nach, das sieht nach einem guten Zeitpunkt zum abhauen aus. Ich sage einfach ich müsste auf’s Klo!“

2) Parties & Veranstaltungen

Eigentlich mögen Introvertierte Feiern und Treffen nicht. Zu viel Energie. Zu viel Lärm. Zu viel…von allem. Menschen, glaube ich. Ja, Menschen mit denen man eh nichts gemeinsam hat. Introvertierte machen sich nicht gut bei Parties, die nicht voller Leute sind, die sie schon kennen. Am liebsten sitzen sie mit einer kleinen Gruppe von Leuten draußen und tauschen sich über das Leben aus. Auch kleine soziale Treffen sing genug, um einen Introvertierten aus dem Fenster springen zu lassen, weil von ihnen scheinbar erwartet wird, an den Gesprächen teilzunehmen. Manchmal lassen sich Introvertierte auf so etwas ein, und wenn sie es tun, dann erwarte nicht bald wieder etwas von ihnen zu hören. Sie müssen sich wieder aufladen.

Gedankengänge: „Ich kann es kaum erwarten nach hause und ins Bett zu gehen. Ich wünschte, ich würde jetzt etwas Interessantes schauen können. Stelle bloß keinen Augenkontakt mit Jochen da drüben her. Wir haben nicht viel gemeinsam und haben seit der Schulzeit nicht mehr miteinander gesprochen. Mehr als „Hi“ hast du ihm nicht zu sagen. Ein Gespräch mit ihm wäre flach und peinlich. Jetzt werde ich einfach sagen ich fühle mich krank und nehme ein Taxi nach hause. Wenigstens war ich überhaupt hier.“

3) Fahrstühle

Introvertierte hoffen immer, der Fahrstuhl wird leer sein und sind immer kurz aufgeregt, wenn sich die Türen öffnen. Sie sind nicht sicher, ob sie etwas sagen sollen oder nicht; der Fahrstuhl ist einer der einschüchterndsten aller Orte. Es ist komisch, da zu stehen und nichts zu sagen. Es ist ebenso komisch, da zu stehen und was zu sagen. Erstmal auf’s Handy schauen oder sich selbst von dieser peinlichen Energie ablenken. Smalltalk ist in solchen Situationen so sinnlos, wird aber doch irgendwie von der Gesellschaft erwartet. Was mögen Introvertierte an Fahrstühlen? Wenn die leer sind.

Gedankengänge: „Bitte sag’ jetzt bloß nichts über das Wetter! In welches Stockwerk müssen die? Oh, gut, sie steigen gleich aus. Ich glaube die wollen, dass ich „Hi“ sage, aber ich habe keine Lust. Nur noch 30 Sekunden warten. Jetzt tue ich einfach so, als wenn ich jemandem eine Nachricht schicken muss, damit sie denken ich sei beschäftigt.“

4) Familientreffen

Alte Verwandte zu sehen, Cousinen zu besuchen, an deren Namen du dich nicht mehr erinnerst und vielleicht ein bisschen was über den Durst trinken – alles Kennzeichen eines Familientreffens. Für den Introvertierten kann dies schon schmerzhaft sein. Wieso? Introvertierte erfreuen sich an Freiraum und fühlen sich unbehaglich bei Menschen, die sie kaum kennen. Ein Familienfest zu betreten bedeutet, dass man einen Haufen von Familienmitgliedern umarmen muss, die man kaum kennt. Peinlich. Für Introvertierte sind Treffen mit der Familie, mit der man auch aufwuchs, also nicht den riesigen Verwandtenkreis, ganz in Ordnung. Je weiter man also den Familienstammbaum rauf klettert, desto peinlicher. Tanten und Onkel gehen ja noch, aber in einem Raum voller Mamas und Cousins 2. Grades und deren Familien zu sitzen, das kann echt unerträglich sein. Gott sei Dank für den Onkel, der gerne mit dir über Verschwörungen und Spiritualität redet.

Gedankengänge:  „Du willst wirklich eine Umarmung von mir? Wir sind bestimmt gar nicht verwandt und ich kenne dich doch gar nicht. Wie kann ich so rüber kommen, als würde es mich glücklich machen, mit diesen Leuten abzuhängen? Bin ich überhaupt blutsverwandt mit denen? Nur weil du die Schwester der Frau von dem Stiefbruder meines Vaters bist, bedeutet das nicht, dass ich irgendetwas über dein Leben wissen will. Gott sei Dank, dass mein Bruder hier ist, sonst wäre das hier super unangenehm.“

5) Vorstellungsgespräche

Für Introvertierte ist es hart einen auf unglaublich sozial zu machen. Dies kann Vorstellungsgespräche besonders schwierig gestalten. Introvertierte wollen wirklich nur so akzeptiert werden wie sie sind, aber sie sollen ja bündig und aus sich heraus gehend auf den Job reagieren. Das ist nicht immer leicht.

Gedankengänge: „Lächle, wenn der einen Witz reißt. War das einer? Kichere einfach ganz leicht. Erzähl ihm du liebst es mit Menschen zu interagieren, dann denkt er du wärst ein guter Angestellter. Vergiss nicht ihm die Hand am Ende zu schütteln. Spiel einfach weiter, du hast es fast geschafft.“

Falls du dies als ein Extrovertierter liest oder als jemand, der nur ein wenig introvertiert ist, dann kann es so rüber kommen, als seien Introvertierte rüpelhaft oder gemein. In Wirklichkeit jedoch, wollen Introvertierte einfach nur so akzeptiert werden, wie sie sind, ohne soziale Erwartungen, die ihnen auferlegt werden.

Für Introvertierte ist das Leben nicht einfach. Die Gesellschaft erwartet viel und neigt dazu, Introvertierte als Asoziale, Dickschädel, Depressive oder als schüchtern zu bezeichnen, wobei sie doch bloß etwas Zeit für sich möchten. Wo steht das denn geschrieben – man müsse mit ü20 noch Spaß am Party machen haben oder es mögen, mit den Eltern der Freunde seiner Kinder zu reden, wenn man in seinen 40ern ist?

Falls du ein Introvertierter bist und dich durch solche Situationen durchkämpfst, ist der Schlüssel dabei, aufzuhören sich Sorgen darüber zu machen, was die anderen über dich denken. Aus Erfahrung kann man nämlich sagen, die meisten denken überhaupt nichts. Sei einfach du selbst und sei zufrieden so. Wenn das den anderen nicht gefällt, dann ist das nicht dein Problem.

 


Übersetzung: D.Hudalla // Quelle: Spirit Science

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