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Mrz 04

Ein Bundesstaat in Indien bezahlt seine Bauern, wenn sie 100% Bio anbauen

Bio-Bauernhof in Rajasthan, Indien

Vor gut zwei Jahren startete die indische Regierung ihr revolutionäres „Rastriya Krishi Vikas Yojana“ (Nationales Landwirtschafts-Entwicklungsprogramm) als eine Option, den ökologischen Landbau zu fördern und die Abhängigkeit von chemischen Zusatzstoffen wie Pestiziden und Insektiziden drastisch zu verringern. Im Januar 2015 wurde der Staat Sikkim zum ersten 100-prozentig ökologisch betriebenen Staat erklärt. Sikkim produziert seitdem 800.000 Tonnen Bio-Produkte, die frei von schädlichen Pestiziden, chemischen Düngemitteln und toxischen GVO (genmanipulierte Organismen) sind. Das macht rund 65 Prozent der gesamten indischen Bio-Erträge aus.

Der westindische Bundesstaat Rajasthan startete ebenfalls sein Vorhaben für die Umsetzung von Tausenden von Hektar Land für eine ökologische Agrarwirtschaft. Die Bemühungen zielen darauf ab, die Vielfältigkeit in der Ernährung zu schaffen und die Chemiedünger-basierte Landwirtschaft zu bekämpfen.

Auch der Staat Goa kündigte vor kurzem an, dass er ebenfalls versucht, auf die Verwendung von chemischen Düngern und Pestiziden zu verzichten. Sie bemühen sich, die gesamte Landwirtschaft auf eine hundertprozentig ökologisch betriebene Agrarwirtschaft auf Dauer umzustellen.

Mit einem staatlich unterstützten Programm mit dem Titel “Organic Imputs for Farmers” hat der Staat vor, die schädlichen Chemikalien, die oft in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt werden, zu meiden.

„Dies ist der erste Schritt, den wir in Richtung der ökologischen Landwirtschaft im Staat aufgenommen haben. Hoffentlich werden immer mehr Landwirte die Praxis des ökologischen Landbaus anwenden, nachdem sie diese Regelung in Anspruch genommen haben.“, sagte der Direktor für Landwirtschaft, Ulhas Pai Kakode.

 

Zwiebel-Blume, Bio-Bauernhof in Goa, Indien

 

Im Rahmen des staatlich geförderten Programms können Landwirte bis zu 50 Prozent Unterstützung erhalten, wenn sie nur organische Düngemittel und Bio-Pestizide anwenden. Aber es gibt einige Einschränkungen, so dass diese Vorteile auf 10.000 Indische Rupien (INR) pro Hektar mit einem Maximum von bis zu zwei Hektar oder 20.000 INR pro Begünstigten für alle Kategorien von Landwirten, auf die Verwendung von organischen Substanzen begrenzt sind. Auch Landwirte mit Grundstücken die unter 1 Hektar sind, werden ebenfalls durch dieses Programm gefördert, denn das wird dazu beitragen, die Tradition der kleinbäuerlichen Landwirtschaft aufrechtzuerhalten und den Menschen eine gesunde Lebensweise zu ermöglichen. Denn besonders die kleinen Bauern leben von diesen Erträgen und haben kaum etwas übrig, um große Profite zu erzielen.

Zurück zum Ursprung

Der ökologische Landbau ist nicht neu; wenn man es sich genau überlegt, dass eine nachhaltig betriebene Landwirtschaft im Grunde genommen nur zu einer Rückbesinnung zu alten Traditionen und Formen zurückgeht, die besonders in den letzten 50 Jahren von großen Profitkonzernen beiseite gedrängt wurde, dann ist das eigentlich mehr als erschreckend, wie viel Boden in nur ein paar Jahrzehnten zerstört wurde. In Indien ist ökologischer Landbau seit der Antike ausgeübt worden und hat einmal höchste Qualitäten für die Verbraucher gewährleistet. Davon hatten einst alle profitiert.

 

Essbare Roselle Blumen, die auf einem Bio-Bauernhof in Goa, Indien angebaut werden

Der Markt für biologische Lebensmittel und den sogenannten Superfoods, die für die Einheimischen zu ihrer normalen Ernährung dazugehören, wächst in einem unglaublich schnellen Tempo, wobei einige Schätzungen darauf hindeuten, dass der Markt um bis zu 25 bis 30 Prozent wächst. Eine Studie von ASSOCHAM, die für die Industrie- und Handelskammern Indiens steht, deutet darauf hin, dass der Biomarkt in Indien bis zum Jahr 2020 1,36 Milliarden US-Dollar Umsatz erreichen wird. 

Das exponentielle Wachstum des Bio-Marktes hat sogar Nahrungsmittelhersteller in den Vereinigten Staaten dazu veranlasst, ihren Landwirten einen Bonus zu zahlen, wenn sie zu einer ökologisch geführten Landwirtschaft wechseln. Allein in den USA erwirtschafteten die Verkäufe im Bio-Sektor 11 Prozent und erreichten im vergangenen Jahr ein Gesamtvolumen von 43,3 Milliarden Dollar.

Auch der ökologische Landbau in Indien wird voraussichtlich weiter wachsen, zumal die Regierung die ökologische Landwirtschaft weiterhin finanziell unterstützt.

Ein erhöhtes Bewusstsein und die Verfügbarkeit von Bio-Lebensmitteln haben auch einen großen Beitrag zum Erfolg von Bio-Lebensmitteln geführt.  Darüber hinaus haben eine Erhöhung des Gesundheits-Bewusstseins und auch ein gesünderer Lebensstil eine bedeutende Rolle für das Wachstum der Branche und zur Nachfrage von Bio-Lebensmitteln geführt. Denn jede Form der nachhaltigen Landwirtschaft hilft dabei, die Umwelt zu schützen und Welthunger zu bekämpfen.

 


Quellen: themindunleashed / naturalnews / Bilder: Goa Food FarmMartJackStorage

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