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Sep 02

Der Duft von Rosmarin kann die Gedächtnisleistung um bis zu 75 Prozent steigern

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Seit der Antike geschätzt für seine heilenden Kräfte, gibt es dennoch über die Wirkung von Rosmarin noch viel zu lernen. Nun haben Wissenschaftler zum ersten Mal gezeigt, dass Rosmarinduft die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann. In einem Raum, der nach Rosmarin riecht, fällt es leichter sich zu merken, welche Aufgaben man noch zu erledigen hat. Der Geruch von Rosmarin verbessert das sogenannte prospektive Gedächtnis. 

Das prospektive Gedächtnis braucht man, um sich Aktivitäten zu merken, die in der Zukunft stattfinden oder die man geplant hat. Zum Beispiel um sich zu merken, immer zur selben Zeit stattfindende Tätigkeit auszuüben oder einfach nur daran zu denken, die Geburtstagskarte rechtzeitig abzuschicken.

Schon Shakespeare ließ in seinem Hamlet die schöne Ophelia ihrem Bruder zu Rosmarin als Gedächtnisstütze raten:

“There’s rosemary, that’s for remembrance: pray, love, remember.“

Aber auch schon die alten Griechen waren überzeugt, dass Rosmarin das Gedächtnis massgeblich verbessern kann. Um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, trugen Schüler im antiken Griechenland deshalb vor allem bei Prüfungen einen Kranz aus Rosmarin.

Nach neueren Erkenntnissen sollte man in Klassenräumen allerdings eher Duftlampen aufstellen, denn die positive Wirkung des Rosmarins auf die Hirnaktivität funktioniert anscheinend vornehmlich über die Nase bzw. die Nasen- und Lungenschleimhäute.

Rosmarin-Aroma bringt die grauen Zellen in Schwung

 

Bei einer Studie der britischen Universität Northumbria wurde eine Gruppe von Probanden in einen Raum geschickt, in dem ein Diffusor das Aroma von vier Tropfen ätherischen Rosmarinöls verbreitete. Eine weitere Testgruppe kam in einen geruchsneutralen Raum. Alle 66 Probanden wurden anschließend einem Test unterzogen, der vornehmlich das prospektive Gedächtnis, das für das Merken von zukünftigen Aufgaben und Ereignissen zuständig ist, ansprechen sollte. Es stellte sich heraus, dass die Rosmarin-Gruppe sich die Aufgaben zu 60 bis 75 % besser merken konnte, als die Kontrollgruppe. Im Blut der Rosmarin-Gruppe fanden die Wissenschaftler eine erhöhte Menge von in Rosmarin enthaltenem 1,8-Cineol. Bei einer anderen, ähnlich angelegten Studie stellte sich heraus, dass eine erhöhte Konzentration von 1,8-Cineol im Blut eine verbesserte Hirnleistung in Hinsicht Genauigkeit und Schnelligkeit mit sich bringt.

Im ätherischen Rosmarinöl enthaltene Terpene wie das 1,8-Cineol gelangen über die Schleimhäute in Nase und Lunge in die Blutbahn. Es handelt sich hier um kleine, fettlösliche organische Moleküle, die leicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden. 1,8-Cineol kommt auch in Pflanzen wie Salbei, Lorbeer und Wermut vor. Doch Rosmarin birgt durch seine speziellen Komponenten eine Besonderheit: es gibt Hinweise darauf, dass Rosmarin die Aufspaltung des Neurotransmitters Acetylcholin verhindert, der im Hirn und im zentralen Nervensystem eine große Rolle zum Erhalt unserer Gedächtnisleistung spielt.

Die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen und die durchgeführten Studien sind klein und sicher noch ausbaufähig. Doch deutet alles darauf hin, dass es sich lohnt, weiter in diese Richtung zu forschen und dass eine Pflanze wie der Rosmarin, der zu bis zu 45 Prozent aus ätherischem Öl besteht, sich langfristig pharmakologisch bewähren könnte.

Wer die stimulierende Wirkung des Rosmarins in der Praxis austesten möchte, der gibt am besten einige Tropfen des Chemotyps Cineol (nordafrikanischer Rosmarin) in die Duftlampe, um die beste Wirkung zu erzielen.

Terpene wie das 1,8-Cineol, besitzen die Fähigkeit über die Schleimhäute von Nase und Lunge in den Blutkreislauf zu gelangen. Als kleine, fettlösliche organische Moleküle, können die Terpene leicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Das flüchtige 1,8-Cineol ist Bestandteil vieler aromatischer Pflanzen, einschließlich Eukalyptus, Lorbeer, Wermut und Salbei und ist schon in zahlreichen Studien erforscht worden inklusive Forschungen, die daraufhin deuten, dass 1,8-Cineol den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin hemmen könnte. Viele Gedächtnisfunktionen sind von dem Botenstoff Acetylcholin abhängig und ein Acetylcholinmangel ist beispielsweise ein Symptom der Alzheimererkrankung.

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Neue Behandlungsmöglichkeiten

Die Studienergebnisse bieten vielleicht neue Anknüpfungspunkte für die Behandlung von Patienten mit Gedächtnisproblemen oder Demenzerkrankungen, zumal natürliche pflanzliche Substanzen in der Regel besser verträglich und nebenwirkungsärmer sind. Die Wissenschaftler präsentierten ihre Ergebnisse während der Jahresversammlung der »British Psychological Society« und im Fachjournal »Therapeutic Advances in Psychopharmacology«.

Abgesehen vom klinisch nachgewiesenen Einfluss von Rosmarinöl auf das Gehirn, birgt die Heilpflanze viele weitere Kräfte. So macht sich Rosmarin nicht nur antioxidativ gegen Krebs und Schäden der DNA stark, sondern auch antiseptisch als natürliches Antibiotikum gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. In Form von konzentriertem Rosmarinextrakt wirkt es zudem immunaktivierend, hustenstillend, gallebildend, leberentgiftend, harntreibend, verdauungsfördernd, nervenstärkend, krampflösend, schmerzstillend, hautstraffend und kreislaufanregend. Ausserdem soll Rosmarin Arteriosklerose vorbeugen und rheumatische Beschwerden lindern sowie Wassereinlagerungen anklingen lassen und zur Heilung der Nebennierenschwäche Adrenal Fatigue beitragen können. 

Interessant ist zudem die regulierende Wirkung von Rosmarin auf den Hormonhaushalt. So soll die Heilpflanze nicht nur den Monatszyklus normalisieren, sondern auch das Brustkrebs-Risiko senken, indem sie einen bestehenden Östrogenüberschuss ausgleicht. Studien der State University of New Jersey zu diesem Thema zeigten, dass bereits eine über drei Wochen eingenommene zweiprozentige Konzentration aus Rosmarinextrakt als natürliche Alternative zu chemischen Östrogenblockern in der Lage ist, überschüssiges Östrogen zu inaktivieren. Auch Diabetes-II-Patienten können von Rosmarin profitieren, da es sich regulierend auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, indem Kohlenhydrate im Zuge der Verdauung langsamer aufgespalten werden und entsprechend langsamer ins Blut übergehen.

Empfehlung zum Thema:

Rosmarinöl (Cineol-Typ), 50ml


Quelle: Mark Moss, Lorraine Oliver: Plasma 1,8-cineole correlates with cognitive performance following exposure to rosemary essential oil aroma, Therapeutic Advances in Psychopharmacology June 2012 vol. 2 no. 3 103-113, Published online before print February 24, 2012, doi: 10.1177/2045125312436573

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Kommentare

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1 Kommentar

  1. Chris

    super gute Seite

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