So würde unser Obst und Gemüse aussehen, wenn wir nicht in die Natur eingegriffen hätten

Wenn ihr das nächste Mal in eine Wassermelone oder eine Karotte beißt, denkt daran: Das vertraute Obst und Gemüse schmeckte früher anders — und sah auch völlig anders aus.
Heutzutage gibt es zahlreiche Firmen, die sich auf die „Manipulation“ von Saatgut spezialisiert haben. Zum Teil werden dabei Gene aus Bakterien oder anderen Pflanzen in die Obst- und Gemüsesorten eingesetzt — entweder um die Haltbarkeit zu verbessern oder um die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten oder Schädlinge zu erhöhen.
Der Mensch begann allerdings schon lange, bevor er Gene manipulieren konnte, damit, seine Umwelt und auch die Pflanzen nach seinem Ideal zu gestalten. Durch Auslese und Kreuzung gelang es uns über Jahrtausende hinweg Früchte zu schaffen, die so nie in der Natur vorkommen würden.
Von Auberginen bis Wassermelonen, hier sind einige Beispiele dafür, wie stark Obst und Gemüse verändert wurde.
Wilde Banane
Die ersten Bananen wurden wahrscheinlich vor ca. 7.000 Jahren gezüchtet — möglicherweise aber sogar schon vor 10.000 Jahren im heutigen Papua-Neuguinea und Südostasien.
Die heutigen Bananen stammen von zwei wilden Arten ab: Musa acuminata und Musa balbisiana. Beide haben große, harte Samen, wie sie im Foto zu sehen sind.
Bananen sollen laut dem Plan der Natur eigentlich Kerne haben, da aus den Samen der Früchte neue Pflanzen wachsen können. Die Ur-Banane hat Kerne. Diese Kerne sind sehr hart, weshalb sich viele Menschen, wie auch ich, beim Essen der Früchte daran stören oder sich die Zähne an ihnen ausbeißen könnten.
Deshalb kamen die Bananenzüchter auf die Idee neue Sorten zu entwickeln, die keine oder zumindest nur noch ganz winzige Kerne enthalten, die niemandem beim Essen mehr stören. Diese Sorten wachsen in riesigen Bananenplantagen und entwickeln aufgrund der fehlenden Samen keine neuen Pflanzen mehr. Dafür nutzen die Bananenzüchter Sprösslinge, die sich aus den Wurzeln der Pflanzen herausbilden. Die Früchte selbst sind jedoch nicht fortpflanzungsfähig. Es geht nicht nur Bananen so, sondern auch zahlreichen anderen Obstsorten.
Heutige Banane

Aus der Kreuzung der beiden wilden Arten entstand über ein paar Zwischenschritte die moderne Banane. Köstlich, süß und in der bekannten, praktischen Form. Einfach zu schälen und ohne harte, große Samen. Verglichen mit ihren Vorfahren sind die Bananen heute wesentlich geschmacksintensiver und voller Nährstoffe.
Wilder Mais
Quellen und Inspiration: rawexotic.com / businessinsider.de
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Sehr wichtiges Thema über das sich viel zu wenig Gedanken gemacht wird.
Ich ernähr mich rohvegan. Für mich stehen „unverarbeitet“ und „ursprünglich“ an oberster Stelle. Gerade bei dem hochgezüchteten Kulturobst habe ich echt bedenken.
Wenn kaum noch Kerne im Obst vorhanden sind, ist die Lebendigkeit stark eingeschränkt. Der hohe Fruchtzuckeranteil scheint mir auch nicht ganz geheuer.
Vielen Dank für den Artikel,
Jesper