Kanada wirft Milch aus der Ernährungspyramide

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Die kanadische Regierung entwickelt neue Ernährungsrichtlinien. Ganz oben stehen Obst, Gemüse und pflanzliches Protein.

 
Noch befinden sich die neuen Ernährungsrichtlinien der kanadischen Regierung im Entwurfsstadium, aber es sieht gut aus. Schon bald sollen dann Empfehlungen veröffentlicht werden, die ganz schön vegan klingen: Viel Gemüse, Obst, Vollkorn und pflanzliches Protein als Grundlage. Regelmäßig Wasser trinken.  Ungesättigte statt gesättigten Fettsäuren zu sich nehmen. Möglichst unverarbeitete Lebensmittel essen, am besten selbstzubereitet und zusammen mit Freunden oder der Familie.

Eine Verlagerung hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln wird den Kanadiern direkt empfohlen. So sollte der Anteil an ballaststoffreicher Nahrung erhöht werden und weniger Fleisch gegessen werden. Sahne, fettreicher Käse und Butter sollten durch Lebensmittel, die überwiegend ungesättigte Fettsäuren enthalten wie beispielsweise Nüsse, Samen und Avocado, ersetzt werden.

Damit geht Kanada mit ziemlich gutem Beispiel voran. Das alte Modell der Ernährungspyramide haben viele Länder schon zugunsten solcher Tipps aufgegeben, aber immer noch kommen darin viel zu viele Tierprodukte vor – und das obwohl Fleisch, Milch und Eier alles andere als gesund sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt beispielsweise immer noch, täglich Milchprodukte zu essen, obwohl längst bekannt ist, dass Milch dem Körper eher Kalzium entzieht als ihn damit zu versorgen. Wird also auch hierzulande mal Zeit für einen neuen Entwurf.

Weitere Infos:

-> Milch trinken macht krank und führt zum früheren Tod: Warum die Werbung dich immer angelogen hat
-> Volksdrogen Milch und Weizen schädigen den Darm und steuern sogar unser Verhalten: Die opioide Wirkung von Kasein und Gliadinen im Gehirn

 


Quellen: Government of Canada / care2.com/ petazwei.de

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Kommentare

3 KOMMENTARE

  1. Das ist nicht richtig. Es war nur davon die Rede, die bisher vorhandene eigene Kategorie für Milchprodukte abzuschaffen und nicht etwa Milchprodukte komplett von den Ernährungsrichtlinien zu streichen, und zweitens ist selbst das noch nicht sicher. „It also appears to de-emphasize the necessity of animal meats and dairy – prompting at least one media report earlier this month to claim the new food guide „eliminates dairy as a food group.“ (Health Canada officials told The Globe and Mail no such decisions have been made.)“

  2. Kuhmilch ist nicht gleich Kuhmilch!

    Ein riesiger Unterschied besteht zum Beispiel darin, ob Milch roh oder verarbeitet verzehrt wird. Rohmilch enthält ein Enzym, welches den Körper dabei unterstützt das in der Milch vorhandene Calicium auch zu nutzen. Dieses Enzym ist bei Produkten, die aus der Molkerei stammen aber durch die Verarbeitungsprozesse abgetötet und dadurch kann diese Milch dann nicht mehr vom Körper passend verwertet werden. Es gab also wirklich mal Zeiten vor der Verarbeitung der Milch in der die Milch für den Menschen ein wertvoller Calciumlieferant gewesen ist und nicht zu Osteoporose geführt hat.

    Spirituell gesehen geben Kühe dem Menschen gerne ihre Milch, vorrausgesetzt sie werden angemessen gehalten, dürfen nebenbei ihr Kalb auch noch säugen und erfahren die passende Dankbarkeit. Das Problem ist, dass der Mensch aus Geldgier die Milchviehhaltung so intensiviert hat, dass diese Vorraussetzungen oft nicht mehr gegeben sind.

    Darüber hinaus basiert der Artikel eher auf Vorurteilen als auf wirklichem Fachwissen. Ein Beispiel: Kuhmilch enthält in Deutschland kein Antibiotikum! Jede Milchlieferung die ein Landwirt bei der Molkerei anliefert wird im Labor auf Antibiotikarückstände untersucht. Und werden da auch nur geringste Spuren gefunden kostet das den Landwirt so viel Strafe, dass der bestimmt nicht freiwillig auf die Idee kommt eine behandelte Kuh mit in den Milchtank zu melken. Und das Labor findet in der Milch von hundert oder mehr Kühen ein einzelnes behandeltes Tier! Ähnlich falsch ist die pauschale Behauptung, dass Milch Hormone enthält.

    Und Milch an sich ist auch nicht schädlich für den Planeten! Es hat Millionen von Jahre riesige Rinderherden/Büffelherden/Bisonherden gegeben, die ganze Kontinente abgegrast haben und einen ganz wertvollen Beitrag im gesamten Ökosystem geleistet haben. Die Existenz der Rinder und die Tatsache, dass der Mensch davon Milch konsumiert ist nicht das Problem, sondern der heutige Intensivierungsgrad der Landwirtschaft und die Menge des Konsums.

    Und wenn man an dem Punkt schon beim Klimaschutz ist, dann bleibt sicherlich auch die Frage offen woher denn die Pflanzen stammen aus denen der Milchersatz gemacht wird. Je nachdem, wie und wo die angebaut werden sind die nämlich sicherlich auch keine gute Alternative für unseren Planeten.

  3. Ob die Kühe gerne ihre Milch an den Menschen abgeben, kann wohl nur die Kuh selbst beantworten. Fakt ist aber, dass es in der Natur nicht vorgesehen ist, dass ein erwachsenes Lebewesen noch Milch trinkt. Wenn man mal die Evolution der Lebewesen anschaut (nicht die des Menschen), dann dürfte auffallen, dass dieses Verhalten nicht unbedingt weit verbreitet ist. Die Milch dient dazu, dem Neugeborenen die Nährstoffe/Aminosäuren zu liefern, die es selbst noch nicht herstellen kann. Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt ist dies nicht mehr notwendig, da der Körper dann in der Lage ist alle nötigen Aminosäuren aus der herkömmlichen Nahrung zu verwerten bzw. selbst herzustellen. Ich glaube, dass es eher dazu führt, dass der körpereigene Stoffwechsel gestört wird, da er die entsprechenden Inhaltsstoffe eigentlich nicht benötigt, um zu funktionieren, und ggf. die eigene Verarbeitung der Aminosäuren aus der sonstigen Nahrung reduziert.
    Insgesamt glaube ich, dass selbst ein kleiner Schritt dahingehend, dass der Milchkonsum reduziert wird, auf jeden Fall zu begrüßen ist.

    Was die Pflanzen betrifft, die als Ersatz dienen sollen, so sollte jeder viel mehr Eigenverantwortung übernehmen. Schon jetzt ist z.B. die konventionelle Sojaproduktion (so wie viele andere Bereiche auch) nicht gerade ein Segen. Die verwendeten Pestizide und die Anbaumethoden richten eine Menge Schaden an. Dafür ist es billig…. Auch wenn es immer wieder schwarze Schafe gibt, noch nicht alles so toll funktioniert und es etwas mehr kostet, so sollte einem wenigstens die eigene Gesundheit doch soviel wert sein, dass man Bio-Lebensmittel konsumiert, wo es eben geht und so auch die Bio-Höfe unterstützt.

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