Das Geheimnis um die Kraft der Bäume – Wie heimische Bäume unsere Gesundheit unterstützen können
Bäume sind Lebewesen wie du und wir, sie kommunizieren, sie heilen und sie schenken uns mehr Kraft, als die meisten Menschen ahnen, ein Streifzug durch alte Weisheit und neue Forschung.
Es gab eine Zeit, da war es selbstverständlich, einen Baum vor dem Fällen um Verzeihung zu bitten und ihn freundlich um sein Holz zu fragen. Was lange als naive Geste belächelt wurde, bekommt heute eine ganz neue Bedeutung. Forscher entdecken Schritt für Schritt, dass Bäume ein dichtes Kommunikationsnetz unter ihren Wurzeln unterhalten, einander warnen, einander nähren und auf Eingriffe empfindlich reagieren. Die Wissenschaft beginnt zu beschreiben, was viele Menschen beim Spaziergang im Wald längst spüren.
Eine ganze Forschungsdisziplin ist daraus entstanden, die Pflanzenkommunikationsforschung. Sie zeigt: Wer einen Baum berührt, betritt kein stummes Reich, sondern ein lebendiges Gewebe aus Information, Duft und elektrischen Signalen. Genau diese Brücke zwischen altem Wissen und moderner Forschung wollen wir hier gemeinsam beschreiten.
Bäume sind für mich immer die eindringlichsten Prediger gewesen.
Hermann Hesse, Bäume. Betrachtungen und Gedichte
Die Sprache der Pflanzen, das Wood Wide Web unter unseren Füßen
Schon vor einigen Jahren wurde belegt, dass Pflanzen über ihre Wurzeln miteinander Kontakt halten, und zwar weit komplexer, als man lange für möglich hielt. Sie warnen einander vor Fressfeinden, sie locken bei Schädlingsbefall gezielt jene Insekten an, die diesen Schädlingen zusetzen, und sie nehmen rund siebzehn verschiedene Umwelteinflüsse wahr und teilen diese Information mit ihren Nachbarn.
Als „Sprache“ verwenden Pflanzen mehrere Kanäle gleichzeitig: Duftstoffe, chemische Botenstoffe, elektrische Signale und sogar feine Klickgeräusche in den Wurzeln, eine Art unterirdischer Morsecode, der erst vor kurzem entdeckt wurde. Über Düfte können sie nicht nur „Hilfe, ich bin verletzt“ senden, sondern sehr genau mitteilen, welcher Schädling sie angreift. Wo möglich, wird sogar gezielt jenes Duftsignal abgegeben, das die Fressfeinde des Angreifers, etwa Schlupfwespen, anlockt. Die Pflanze warnt also ihre Nachbarn und ruft gleichzeitig Hilfe.
Mittlerweile sind über 2000 Duftstoffvokabeln aus rund 900 Pflanzenfamilien bekannt, eine Sprache, die sich nicht mehr ignorieren lässt. Die kanadische Forstökologin Suzanne Simard hat mit ihren Arbeiten zu unterirdischen Pilznetzwerken gezeigt, dass Mutterbäume ihre Nährstoffe gezielt an junge Setzlinge weitergeben und dass ganze Wälder über ein Mykorrhiza-Netzwerk verbunden sind, das Forscher heute „Wood Wide Web“ nennen. Der Förster Peter Wohlleben hat dieses Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
„Waldluft ist ein Heiltrunk zum Einatmen“, schreibt der Biologe Clemens G. Arvay in seinem Buch „Der Biophilia-Effekt“, das erstaunliches Wissen und Übungen zur Begegnung von Mensch und Wald zusammenträgt. Was Generationen von Naturheilkundigen intuitiv wussten, lässt sich heute biochemisch beschreiben.
Warum wir uns im Wald so glücklich fühlen

Der Wald hat eine bemerkenswerte Wirkung auf uns Menschen. Schon ein kurzer Spaziergang reicht oft, damit Atmung, Puls und innere Anspannung sich wieder einpendeln. Verantwortlich dafür sind unter anderem Terpene, sekundäre Pflanzenstoffe, die Bäume zur Abwehr von Pilzen und Insekten in die Luft abgeben. Wir nehmen sie unbewusst über die Atemluft auf, und genau diese Stoffe machen einen guten Teil des wohligen Gefühls aus, das uns im Wald begleitet.
In Japan ist daraus eine eigene Gesundheitspraxis geworden, das „Shinrin-yoku“ oder Waldbaden. Untersuchungen des japanischen Mediziners Qing Li an Tausenden Probanden zeigen, dass regelmäßiges Waldbaden Stresshormone senkt, den Blutdruck stabilisiert und die Aktivität natürlicher Killerzellen messbar erhöht, also genau jener Zellen, die unser Immunsystem zur Abwehr von Krankheiten einsetzt. Was die alten Heilkundigen unter dem Stichwort „Lebenskraft des Waldes“ beschrieben, lässt sich heute also in Laborwerten belegen.
Bäume sind an ihren Standort gebunden und reagieren sensibel auf ihre Umgebung. Was Förster lange als „Fehlwuchs“ bezeichnet haben, etwa der sogenannte Zwieselwuchs, ist für den Baum oft eine kluge Anpassung an das Umfeld. Jedes lebendige System sucht das Gleichgewicht, der Baum zeigt das auf eine sehr eigene, körperlich sichtbare Weise.
Bemerkenswert ist auch der innere Aufbau: Jeder Ast wächst aus dem Mark, also aus dem Zentrum des Baumes heraus. Wer einmal von oben in einen alten Tannenstrunk schaut, sieht es deutlich, jeder einzelne „Zapfen“ ist der Ursprung eines Astes, der den Stamm von innen nach außen durchzieht. Eine stille Erinnerung daran, dass alles, was nach außen wächst, aus einer inneren Mitte kommt.
Altes Wissen über Bäume, eine kurze Würdigung
In vielen Kulturen wurden Bäume als beseelte Wesen verehrt, von den keltischen Druiden über die nordische Mythologie bis hin zu den Klosterheilkundigen Mitteleuropas. Hildegard von Bingen widmete der Heilkraft von Eiche, Linde, Weide und Esche ganze Kapitel ihrer Werke. In Indien gilt der Banyan-Baum als heilig, in Japan werden uralte Zedern als Schutzwesen geehrt. Die Volkskunde kennt Faune, Kobolde, Wichtel und Baumgeister, Wesen, die in alten Erzählungen die Verbindung zwischen Mensch und Wald symbolisieren.

Ob man diese Bilder wörtlich nimmt oder als poetische Beschreibung lebendiger Naturzusammenhänge versteht, bleibt jedem selbst überlassen. Bemerkenswert ist, dass Kulturen, die nichts voneinander wussten, Bäume unabhängig voneinander als beseelte Mitwesen erlebten. Heute wissen wir, dass Bäume mit Pilzen, Insekten und anderen Pflanzen in einer fein abgestimmten Symbiose leben. Efeu beispielsweise nutzt den Baum als Kletterhilfe, dient den Bienen aber im Winter als wichtige Nahrungsquelle. Ein Geben und Nehmen, das die alten Heilkundigen längst beobachtet hatten.
Auch sprachlich sind wir den Bäumen näher, als wir oft denken. Wir haben Sprösslinge, wir entblättern uns, wir verfolgen unseren Stammbaum und sind „aus gutem Holz geschnitzt“. Der Baum steht aufrecht wie wir, hat eine Krone oben, eine Rinde als Haut, Äste als Arme und Wurzeln als Füße. Wenig wundert es daher, dass Menschen sich mit Bäumen tief verbunden fühlen, ohne es immer erklären zu können.
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.
Khalil Gibran, Sand und Schaum
Auf- und Abladen am Baum, eine alte Übung

In der traditionellen Baumheilkunde sagt man: Nicht der Baum wird geheilt, der Baum hilft dem Menschen bei der Heilung. Diese Praxis ist über Jahrhunderte überliefert, und auch wenn die Wissenschaft dazu noch keine Studien vorlegt, berichten viele Menschen von einer spürbaren Wirkung. Die folgenden Übungen kannst du in jedem Wald für dich ausprobieren, sie kosten nichts und schaden nicht, im Gegenteil, du verbringst dabei zwangsläufig Zeit in einer wohltuenden Atmosphäre.
1) Aufladen. Stelle dich mit dem Stamm vor dir auf, hebe die Arme nach oben und lege die Hände auf die Borke. Bringe die Stirn so nahe wie möglich an den Stamm und atme siebenmal tief und ruhig. Stell dir vor, wie sich die ruhige, getragene Kraft des Baumes mit deiner Atmung verbindet.
2) Abladen. Wende dich erneut dem Baum zu, halte die Arme jedoch nach unten und lege die Hände an den Stamm. Stirn nahe an die Borke, wieder siebenmal tief atmen. Übergib innerlich, was du gerade nicht mehr in dir tragen möchtest, Anspannung, einen schweren Tag, ein kreisendes Gedankenkarussell.

Wer mag, kann vor und nach der Übung kurz innehalten und beobachten, wie sich Atmung, Herzschlag und innere Stimmung verändert haben. Was viele Menschen längst spüren, beschreiben heute auch Stress- und Naturforscher, schon wenige Minuten Körperkontakt mit der Natur senken den Cortisolspiegel und beruhigen das vegetative Nervensystem.
Wie heimische Bäume unsere Gesundheit unterstützen

Neben ihrer beeindruckenden Erscheinung haben viele heimische Bäume eine lange Tradition als Heilpflanzen. Ihre Harze, Nadeln, Knospen und Beeren werden seit Jahrhunderten in der europäischen Volksheilkunde verwendet. Ein Überblick über die wichtigsten Vertreter unserer Wälder.
Fichte oder Rottanne

Unser häufigster heimischer Waldbaum mit flachem, weitreichendem Wurzelsystem, sehr schnellwüchsig und daher häufig angepflanzt. Die Fichte wirkt traditionell antibakteriell, schleimlösend und beruhigend. Ihre Inhaltsstoffe werden bei Erkältungen, Husten und Heiserkeit eingesetzt, als Einreibung auch bei Durchblutungsstörungen, Nervosität und Schlaflosigkeit. In der Volksheilkunde wurde Fichtenharz Bestandteil von Salben gegen Rheuma, Gliederschmerzen und Hexenschuss.
Weisstanne, Edeltanne

Mit bis zu 65 Metern Höhe ist die Weisstanne neben der Fichte unser größter immergrüner Waldbaum, sie kann etwa 500 Jahre alt werden. Durch Umwelteinflüsse wie sauren Regen ist sie heute jedoch stark gefährdet.
Tipp, Tannwipfeltee und Tannennadelbad. Aus jungen Knospen, Triebspitzen und Nadeln lässt sich ein wohltuender Tee zubereiten. Die Sprossen mit heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und mit etwas Honig trinken. Traditionell gilt der Tannwipfeltee als bewährtes Hausmittel gegen Frühjahrsmüdigkeit, Husten, grippale Infekte und Blasenkatarrh. Bei Erkältungen und zur Nervenstärkung wird ein Tannennadelbad empfohlen, dafür einfach den Tee ins Badewasser geben. Pauline Felder beschreibt in ihrem Büchlein „Von der Heilkraft unserer Bäume“ auch ein Inhalationsrezept: frische Tannenzweige zwanzig Minuten in einem Topf voll Wasser kochen, vom Herd nehmen, Tuch über den Kopf legen und die Dämpfe einatmen.
Schwarzkiefer

Immergrüner, in der Erscheinungsform sehr variabler Baum mit breiter, oft schirmförmiger Krone, der bis zu 600 Jahre alt werden kann. Wegen seines harzreichen Holzes ist er der wichtigste Lieferant von Terpentinöl. Das ätherische Öl der Kiefer wirkt fast kortisonähnlich entzündungshemmend. Es kann äußerlich, immer in einem Verhältnis von zwanzig Tropfen auf 50 Milliliter fettes Trägeröl, bei rheumatischen Beschwerden, Polyarthritis, Arthritis und Muskelkater aufgetragen werden. Bei Husten und Bronchitis wird die Brust mit der Mischung eingerieben.
Die Ausstrahlung der Kiefer auf den Menschen wird traditionell als heiter und licht beschrieben. Wer sich melancholisch oder schwer fühlt, sucht ihre Nähe gern.
Waldkiefer, Föhre

Die anspruchslose, sehr widerstandsfähige Kiefer wächst auf Sand, Fels und sogar moorigen Böden, durch ihre tiefe Pfahlwurzel ist sie ausgesprochen windfest. Trotz einfacher Zubereitung bringt die Zapfensalbe dank der aus Zapfen und Nadeln gelösten Harzöle Erleichterung bei Rückenschmerzen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Gichtbeschwerden, Genickschmerzen und Erkältungskrankheiten. Ein klassisches Hausmittel der Volksheilkunde, das in vielen Familien noch heute weitergegeben wird.
Lärche
Sommergrüner Baum mit kegelförmiger Krone und schlankem, geradem Stamm. Das ätherische Öl der Lärche wirkt antibakteriell, besonders auch gegen Eitererreger wie Pneumokokken, und eignet sich daher gut bei Atemwegserkrankungen. Es wirkt erweichend, erwärmend und harntreibend. Die traditionelle Anwendung umfasst Blasenleiden, Blasensteine, Wunden, eiternde Geschwüre, Flechten und die Förderung der Menstruation. Verwendet werden Rinde, Harz, junge Sprossen und Nadeln.
Wacholder

Immergrüner Strauch von drei bis fünf Metern Höhe oder mehrstämmiger Baum bis zu fünfzehn Metern, oft mit säulenartigem Wuchs. Sein Holz wird von Drechslern und Schnitzern geschätzt, ist aber auch ein klassisches Räuchermittel. Wacholderbeeren werden seit Jahrhunderten bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit eingesetzt. Allein oder kombiniert mit anderen pflanzlichen Mitteln unterstützen sie die Verdauungsfunktion. Traditionell findet Wacholder zudem zur Unterstützung der Nierenfunktion Anwendung, etwa bei Entzündungen des Nierenbeckens und der Harnblase, und für Durchspülungstherapien bei bakteriellen Erkrankungen der Harnwege.
Über den Autor

Hans-Peter Mettler ist Energetiker, Energie-Coach, Heiler und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Kraft der Bäume.
Für detaillierte Informationen besuche gerne seine Website www.mettlerenergie.com. Wir bedanken uns herzlich bei Hans-Peter Mettler für seinen Beitrag und die schönen Hintergründe zu diesem Thema.
Empfehlungen zum Thema:
Wer tiefer in die Kraft der Bäume eintauchen möchte und ihre Heilwirkung im Alltag entdecken will, findet hier die besten Begleiter zu diesem Thema, handverlesen und aus voller Überzeugung empfohlen:
1) Bäume helfen heilen, Kontakt aufnehmen und natürliche Energien nutzen*, ein liebevoll geschriebenes Praxisbuch für alle, die die heilende Verbindung zu Bäumen vertiefen möchten.
2) Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben*, der Bestseller, der die verborgene Kommunikation und das Sozialleben unserer Wälder allgemein verständlich macht.
3) Der Biophilia-Effekt von Clemens G. Arvay*, eine fundierte Reise durch die Forschung zu Waldluft, Terpenen und der heilenden Wirkung der Natur auf Körper und Psyche.
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ein grosses Kompliment für diesen wunderbaren Artikel.
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Katuschka
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Hagen