Deine Aura weiß es, bevor du krank wirst. Und man kann es fotografieren
Ein Forscher legte Versuchspersonen unter eine Hochspannungskamera und bat sie, eine Entscheidung zu treffen. Das Leuchten um ihre Finger veränderte sich, noch bevor im Gehirn die dazugehörige elektrische Aktivität messbar war. Was hier aufleuchtet, trägt jeder von uns, jeden Tag, bei jeder Gefühlsregung und bei jeder Krankheit.
Manchmal holt die Technik nach, was Menschen seit Jahrtausenden malen. Auf alten Ikonen, in buddhistischen Tempeln, auf ägyptischen Wandbildern tragen die Weisen ein Leuchten um den Kopf. Wir nennen es Heiligenschein, Aura, Energiefeld. Viele halten es für ein Symbol. Und doch gibt es seit den 1930er Jahren Kameras, die etwas Ähnliches auf die Platte bannen: ein Leuchten, das sich mit unserer Verfassung verändert, das bei Krankheit matt wird und bei innerer Ruhe weit und gleichmäßig strahlt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie diese Bilder entstehen, was Forscher darin lesen, und warum östliche Heilkunst seit jeher genau dort ansetzt, wo das Leuchten schwächer wird.

Ein Zufall im Labor, 1939
Semjon Kirlian war Elektrotechniker in Krasnodar und reparierte Geräte für ein Krankenhaus. Bei einer dieser Reparaturen legte er seine Hand auf eine Fotoplatte, die an eine Hochspannungsquelle angeschlossen war. Auf dem entwickelten Bild umgab ein feiner Lichtkranz jeden Finger. Kein Blitz, kein Reflex, sondern ein Leuchten, das vom Körper selbst auszugehen schien. Kirlian und seine Frau Valentina verbrachten die nächsten zwei Jahrzehnte damit, dieses Leuchten zu fotografieren, und veröffentlichten 1961 ihren ersten Artikel im russischen Journal für wissenschaftliche und angewandte Fotografie. Seither heißt das Verfahren Kirlian-Fotografie, in der Fachsprache auch Elektrografie oder, in der modernen digitalen Form, Gasentladungsvisualisierung, kurz GDV.
Was den Kirlians früh auffiel: Die Bilder unterschieden sich von Mensch zu Mensch, und sie unterschieden sich beim selben Menschen von Tag zu Tag. Nach einem Streit sah der Lichtkranz anders aus als nach einer ruhigen Nacht. Bei Menschen, die kurz darauf erkrankten, war er oft schon Tage vorher unregelmäßig und matt. Die beiden waren überzeugt, ein Abbild der Lebensenergie in der Hand zu halten.
Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält.
Max Planck, Vortrag „Das Wesen der Materie“, Florenz 1944
Was lebt, verändert sein Leuchten
Der entscheidende Unterschied zeigte sich, als Forscher begannen, Lebendiges und Unbelebtes nebeneinander zu fotografieren. Eine Münze, ein Stück Metall, ein Stein: Ihr Leuchten bleibt bei jeder Aufnahme nahezu gleich, die Abweichungen liegen im Bereich von etwa zwei Prozent. Ein lebender Mensch dagegen kann sein Leuchten innerhalb von Minuten völlig verändern. Nach einer Meditation wird es weit und geschlossen, nach einem Schreck zerfranst es, bei Erschöpfung zieht es sich zusammen. Das Verfahren gibt ein Bild von etwas, das sich sonst nur fühlen lässt.
Der Physiker Konstantin Korotkov aus St. Petersburg hat die Technik in den 1990er Jahren digitalisiert und weit mehr als tausend Menschen damit untersucht. Seine eigenartigste Versuchsreihe betrifft das Ende des Lebens: Das Leuchten eines Körpers verändert sich nach dem klinischen Tod noch etwa 72 Stunden lang, und zwar in unterschiedlichen Mustern, je nachdem, ob ein Mensch friedlich im Schlaf gestorben ist oder plötzlich durch einen Unfall. Korotkov beschreibt das in seinem Buch „Light After Life“, und es berührt eine Sitte, die fast jede Kultur der Erde kennt: Die Toten werden erst nach drei Tagen beerdigt. Die Schulmedizin erkennt diese Messungen nicht an, das sei dazugesagt. Und doch passt es auf eine leise Art zu dem, was Menschen zu allen Zeiten gespürt haben: Das Leben verlässt den Körper nicht in einem Augenblick, sondern in einem Abschied.
Noch erstaunlicher ist die Beobachtung, mit der dieser Beitrag begann. Prof. Bunzen stellte 2001 auf dem Kongress „Science, Information, Spirit“ in St. Petersburg Messungen vor, bei denen die Reaktion im Leuchten einer Entscheidung vorausging: Das Feld reagierte zeitgleich oder sogar kurz bevor das Gehirn die entsprechende elektrische Aktivität zeigte. Als würde ein Gedanke zuerst im Feld erscheinen und dann erst in den Nervenzellen ankommen. Ob das so ist, kann heute niemand abschließend sagen. Aber die Frage, die dahinter steht, ist groß genug, um sie offen zu halten: Beginnt unser Bewusstsein vielleicht nicht im Kopf?

Wenn das Leuchten matt wird
Ein gesunder Mensch, so lehrten es schon die Kirlians, trägt ein großes, gleichmäßiges, strahlendes Feld. Körperliche Kraft, geistige Klarheit und seelische Ruhe halten sich darin die Waage. Gerät etwas aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das zuerst dort: Das Leuchten wird schwächer, fleckig, an einzelnen Stellen bricht es ein. Stell dir eine Frau vor, die lachend in die Praxis kommt, nichts tut ihr weh, sie schläft gut. Auf der Aufnahme ihrer Finger aber fehlt an einer Stelle ein Stück vom Lichtkranz, als hätte jemand mit dem Daumen eine Lücke gewischt. Wochen später meldet sich der Körper an genau der Stelle, die das Bild längst gezeigt hat. Moderne GDV-Geräte fotografieren die zehn Fingerkuppen und ordnen die Abschnitte des Lichtkranzes einzelnen Organen zu, ähnlich wie die Meridiane in der chinesischen Medizin.
Was selten zur Sprache kommt: Dazu gibt es inzwischen Arbeiten in begutachteten Fachzeitschriften. Eine systematische Übersicht von 2010 sichtete 136 Studien zur GDV-Methode, darunter 19 randomisierte Studien, und kam zu dem Schluss, dass sich das Verfahren als schnelle Momentaufnahme des Zustands eines Menschen eignet, etwa um zu sehen, ob eine Behandlung anschlägt. Und eine Pilotstudie aus Moskau von 2015 fotografierte die Finger von 78 Menschen, die anschließend eine Darmspiegelung bekamen. Die Leuchtbilder der 56 Teilnehmer mit Tumoren unterschieden sich messbar von denen der Gesunden, in Fläche, Helligkeit und Form des Lichtkranzes. Die Forscher schreiben vorsichtig von einem Anfang. Aber vor zwanzig Jahren hätte man ihn in keinem Fachjournal gefunden.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist im Grunde dieselbe, die der ganze Blog stellt: Behandeln wir das Symptom oder die Ursache? Wenn das Feld sich schon verändert, bevor der Körper Beschwerden meldet, dann liegt dort eine Ebene, auf der Vorbeugung früher ansetzen könnte als jede Blutuntersuchung. Dass diese Ebene im medizinischen Alltag nicht vorkommt, sagt eher etwas darüber, welches Wissen in unserem System Platz findet, als darüber, ob es stimmt. Ähnliches gilt übrigens für das Licht, das unsere Zellen selbst aussenden. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag über Biophotonen und warum der Körper aus Licht gemacht ist.
Alles ist Energie
Dass wir überhaupt ein Feld haben, ist physikalisch keine Frage. Jede Zelle in uns arbeitet mit winzigen elektrischen Strömen, das Herz erzeugt das stärkste davon, messbar noch einige Zentimeter außerhalb des Körpers. Und wo ein elektrischer Strom fließt, entsteht ein Magnetfeld, so will es eines der ältesten Gesetze der Physik. Unser Körper ist also von einem elektromagnetischen Feld umgeben, ob wir daran glauben oder nicht. Die Frage ist nur, wie viel dieses Feld über uns erzählt.
Die Biophysikerin Beverly Rubik hat dafür 2002 den Begriff Biofeld vorgeschlagen und ihn in einer Übersichtsarbeit im Journal of Alternative and Complementary Medicine begründet: ein ordnendes Feld, das den Körper durchzieht und zusammenhält, und das genau das sein könnte, was die indische Heilkunst Prana und die chinesische Qi nennt. Rubik nutzte GDV-Aufnahmen, um die Wirkung von Qigong sichtbar zu machen. Auffällig dabei: Fast jede Kultur hat ein eigenes Wort für diese Kraft gefunden, lange bevor sie voneinander wussten. Qi in China, Prana in Indien, Pneuma bei den Griechen, Ruach im Hebräischen, und alle vier bedeuten im Kern dasselbe: Atem, Geist, das, was den Körper lebendig macht. Was Yogis und Qigong-Meister seit Jahrtausenden mit geschlossenen Augen wahrnehmen, bekommt damit langsam eine Sprache, die auch Labore verstehen.
Der Arzt ist nur der Diener der Natur, nicht ihr Meister.
Paracelsus
Die feinen Körper und die Heilung von innen nach außen
In den Yoga-Sutras und in der Lehre der Chakren ist die Aura keine einzelne Hülle, sondern ein Gefüge aus mehreren Schichten: der physische Körper, den wir sehen und anfassen, darüber der Gefühlskörper, der Gedankenkörper, der geistige Körper und ganz außen der Astralkörper. Jede Schicht schwingt feiner als die darunter, und nur die dichteste, der physische Körper, ist unseren Augen zugänglich. So wie die Lunge Sauerstoff aufnimmt, damit der Körper lebt, nehmen die feineren Schichten Prana auf, damit wir innerlich lebendig bleiben.
Aus dieser Sicht kommt eine Krankheit nicht aus dem Nichts. Sie beginnt in den feinen Schichten als Unstimmigkeit, als Stau oder Mangel, und wandert von dort nach innen, bis sie im physischen Körper als Symptom ankommt. In der östlichen Heilkunst heißt das: Die Wurzel der Krankheit liegt nicht im Körper, sondern im Energiekörper, und keine Krankheit erreicht den Körper, die nicht vorher dort angelegt war. Deshalb setzt Heilung in diesen Traditionen zuerst am Feld an, nicht am Organ. Gebet, Meditation, Handauflegen, eine klare Absicht: All das wird nach diesem Verständnis zuerst von der äußersten Schicht empfangen und dann Schicht für Schicht nach innen weitergegeben, bis es den Körper erreicht. Und wird die Ursache im Feld gelöst, beginnen die Symptome im Körper zu verblassen.
(Wer das zum ersten Mal liest, mag den Kopf schütteln. Aber schau einmal, wie die Kirlian-Bilder eines Menschen nach einer halben Stunde Meditation aussehen, verglichen mit denen vor einem schwierigen Gespräch. Da ist nichts Abstraktes mehr dran.) Die Aura ist in diesem Bild zweierlei zugleich: ein Gefäß, das alle unsere Schichten zusammenhält, und ein Schild, der uns vor dem abschirmt, was uns nicht guttut. Je stärker unser Feld, desto stärker sind wir. Dass auch unsere Haare dabei eine Rolle spielen könnten, haben wir in unserem Beitrag über langes Haar und seine Wirkung auf die menschliche Energie beschrieben.
Was dein Leuchten stärkt
Du brauchst keine Kamera, um dein Feld zu pflegen. Ehrlich gesagt spürst du längst, was es weitet und was es schwächt. Ein paar Dinge, die sich in den Aufnahmen immer wieder zeigen:
1) Stille. Zehn Minuten Meditation oder Gebet am Morgen, und das Leuchten wird auf den Bildern weiter und ruhiger. Nichts verändert das Feld so schnell wie ein stiller Geist.
2) Lebendige Nahrung. Alles, was selbst noch Licht in sich trägt, frisches Obst, Blattgrün, Sprossen, Nüsse, gibt uns mehr als Kalorien. Schwere, tote Kost drückt das Feld nach unten.
3) Natur und Sonnenlicht. Barfuß auf der Erde, Wind im Gesicht, Sonne auf der Haut. Unser Feld ist mit dem Feld der Erde verbunden, und es erholt sich dort, wo es herkommt.
4) Menschen, die dir guttun. Felder berühren sich. Wer dich erschöpft, zieht an deinem Leuchten, wer dich liebt, weitet es. Aber das weißt du eigentlich schon, seit du denken kannst.
Und wenn der Körper bereits ernsthaft erkrankt ist, dann geht diese Arbeit am Feld mit, als Begleiterin neben der ärztlichen Behandlung, nicht an ihrer Stelle. Was die alten Heiler wussten und was die Kameras seit Kirlian abbilden, ist am Ende ein und dasselbe: Wir sind mehr als unser Körper, und das Mehr leuchtet. Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum die Maler die Weisen mit einem Schein um den Kopf gezeichnet haben. Sie haben nichts erfunden. Sie haben hingesehen.
Empfehlungen zum Thema:
Wenn du tiefer in das Thema Aura und Energiefeld einsteigen möchtest, findest du hier die besten Begleiter zu diesem Thema:
1) Photonen-Diagnose: Vitalität ist messbar*, das deutschsprachige Buch zur Lichtmessung am lebenden Körper.
2) Konstantin Korotkov, Light After Life*, die Versuchsreihe zum Leuchten nach dem Tod aus erster Hand.
3) Aura lesen und stärken*, praktische Bücher, um das eigene Feld wahrzunehmen und zu pflegen.
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