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Feb 04

15 Gründe, warum man keine Nachrichten konsumieren sollte

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1. Nachrichten führen in die Irre

Unser Hirn reagiert übertrieben stark auf Dramatisierungen und Skandale aller Art, während alles Komplexe und Detaillierte auf der Strecke bleibt. Dies nutzen News-Medien konsequent aus, weil sie Werbung verkaufen müssen und wir nur auf sie aufmerksam werden, je skandalöser und plakativer die Schlagzeile.

Die Betonung von unwichtigen Dingen verdrängt Themen, die für das Verständnis des Weltgeschehens wichtiger wären. Wir halten somit Dinge für wichtig, die überhaupt nicht wichtig sind. Die Überbewertung sorgt dafür, dass wir Dinge systematisch falsch einschätzen. Psychologen nennen das “availability bias“.

Astronauten werden überschätzt, Kankenschwestern unterschätzt
Flugzeugabstürze werden überschätzt, die Resistenz gegen Antibiotika unterschätzt


2. Nachrichten sind irrelevant

Nachrichten sind fürs eigene Leben sowohl unwichtig als auch nutzlos. Die meisten Nachrichten, mit denen wir konfrontiert werden, sind nicht in der Lage unsere Lebensqualität zu erhöhen. Falls es doch mal eine Nachricht geben sollte, die für uns einen persönlichen Nutzen hat, wieviel Müll mussten wir bis dahin konsumieren? Das steht in keinem Verhältnis. Da wir Nachrichten erst lesen müssen, bevor wir sie bewerten können, ist eine Vorselektierung nicht möglich.

Über die Relevanz von Nachrichten entscheiden Journalisten. Auch Journalisten sind, wie alle anderen Menschen, nicht in der Lage die Relevanz einer Nachricht korrekt zu bewerten. Für Medien ist nur wichtig, was Aufmerksamkeit verspricht (siehe 1.)

Angst “etwas Wichtiges” zu verpassen? Keine Sorge, wenn etwas wirklich Wichtiges geschieht, erfährt man das in der Regel aus seinem sozialen Umfeld.


3. Nachrichten schränken das Verständnis ein

Nachrichten sind nicht dafür gemacht etwas zu erläutern. Das simple Aneinanderreihen von News-Schnipseln kann keine kausalen Zusammenhänge erklären. News verhindern somit, dass wir das, was in der Welt passiert verstehen können.

“News zu konsumieren, um “die Welt zu verstehen”, ist schlimmer, als überhaupt keine News zu konsumieren.”

Dobelli

4. Nachrichten sind meist negativ und sind Gift für den Körper

Wann hast du zuletzt eine gute Nachricht aus den Medien bekommen? (Ja, der Zweideutigkeit an dieser Stelle bin ich mir bewusst.)

Scheinbar solltenwir nicht erfahren, was Gutes in der Welt vorgeht. Stattdessen bekommen wir jeden Tag eine gebündelte Portion Negativität. Ich erinnere mich noch , wie schlecht es mir jedes Mal ging, wenn ich früher Nachrichten konsumiert hatte: Öl ausgelaufen hier, Regendwald abgeholzt dort, Krieg anderswo, Mord und Totschlag überall. Die Welt scheint ein furchtbarer und gefährlicher Ort zu sein. Was machen wir hier eigentlich? Besser wir verschanzen uns im Haus, dann kann eigentlich nichts passieren.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es passiert am Tag viel mehr Gutes als Schlechtes. 

Es gibt keinen Grund, sich Angst machen zu lassen. (Das wirft auch zwangsläufig die Frage auf, wer wohl Interesse daran haben könnte, uns mit Angst einzuschüchtern.

Nachrichten aktivieren permanent unser limbisches System, sorgen für Stress und die Ausschüttung von Cortisol. Sie schwächen dadurch unser Immunsystem.

Folgen: Dauerstress führt zu Nervösität, Anfälligkeit für Infekte, Verdauungsstörungen, gestörtes Wachstum von Zellen, Knochen und Haaren
Andere Nebenwirkungen: Angstzustände, Aggressivität, Tunnelblick und emotionale Überempfindlichkeit


5. Nachrichten verstärken systematische Denkfehler

Wir suchen uns aus der Menge an Nachrichten die heraus, die unser Weltbild bestätigen und unser Hirn blendet systematisch alle anderen aus, die diesen Überzeugungen widersprechen (könnten). Wird in der Fachsprache “Bestätigungsirrtum” (“confirmation bias“) genannt.

Nachrichten begünstigen nicht nur den Bestätigungsirrtum, sondern auch den “Geschichtenirrtum” (“story bias“). Unser Hirn sucht nach Geschichten, die “Sinn machen”, egal ob sie echt sind oder nicht.


6. Nachrichten verändern die Struktur des Gehirns

Je mehr Nachrichten wir konsumieren, umso mehr brauchen wir davon, damit unser Gehirn stimuliert ist. Wir werden zunehmend unfähiger darin, lange Texte lesen und verstehen zu können, weil wir neuronale Gegenden trainiert haben, die auf Überfliegen von Informationen und Multitasking angelegt sind. Um komplexe Themen verstehen zu können, müssen andere neuronale Gegenden trainiert werden.

“Wir trainieren unsere Hirne dafür, irgendwelchem Unsinn Aufmerksamkeit zu schenken.”

Michael Merzenich (University of California, San Francisco)

7. Nachrichten hemmen das Denken

Denken ist nur mit Konzentration möglich. Konzentration benötigt Ruhe und Zeit. Da wir durch den Konsum von News Hirnareale trainieren, die auf auf das kurzfristige Erfassen von Informationen angelegt sind, können wir durch den Konzentrationsmangel weder Informationen verarbeiten noch im Langzeitgedächtnis speichern. Wenn wir etwas verstehen wollen, muss es ins Langzeitgedächtnis. Nachrichten verhindern also aktiv das Verstehen. Da komplexe Sachverhalte nur mit Konzentration verstanden werden können, machen Nachrichten aus uns oberflächliche Denker.


8. Nachrichten verschwenden Zeit

  1. Der Konsum von Nachrichten verschwendet Zeit.
  2. Nach Beenden des Nachrichtenkonsums braucht es Zeit, um sich auf das zu konzentrieren, was man vor dem Nachrichtenkonsum getan hat.
  3. Konsumierte News können auch Stunden später noch Gedankengänge stimulieren.

9. Nachrichten machen Berühmtheiten, die nichts leisten

Heutzutage werden Menschen berühmt gemacht, die eigentlich nichts können und die, die Wertvolles für die Gesellschaft leisten von denen erfährt (fast) niemand. Dabei könnten deren Errungenschaften, Ideen und Visionen die Welt positiv beeinflussen.


10. Nachrichten werden von Journalisten gemacht

Die meisten Journalisten verdienen die Bezeichnung nicht. Sie arbeiten durchschnittlich, nehmen sich wenig bis keine Zeit für Analyse der Informationen, die sie in Artikel verwenden, wollen alles möglichst schnell vom Vorgesetzten abgenickt bekommen. Das meiste ist auch nur irgendwo abgeschrieben, von jemanden der auch nur abgeschrieben hat.


11. Nachrichten enthalten oft falsche Fakten, Desinformationen und immer falsche Prognosen

Fakten zu überprüfen ist zeitaufwändig und teuer. Viele Nachrichten sind einfach nur Geschichten, weil schnell und billig zu produzieren.
Prognosen von selbsternannten Experten (auch bekannt als “beliebige Ahnungslose”) sind nahezu immer falsch. Ein Berkley-Professor hat im Zeitraum von zehn Jahren 82.361 Vorhersagen überprüft und kam zu dem Ergebnis, die Vorhersagen hätte jeder machen können. Es waren alles Zufallstreffer.


12. Nachrichten manipulieren und missbrauchen unsere Schöpferkraft

Normalerweise sind wir ziemlich gut im Erkennen, ob unser gegenüber lügt oder Dinge nicht so meint, wie der/diejenige es sagt. Diese unterschwelligen Informationen fehlen uns heutzutage völlig, somit ist es schwierig für uns Lügen, Manipulationen oder etwaige Hintergedanken zu entlarven. Das Wissen darum ermöglicht erst komplexe Strategien zur Massenbeeinflussung z.B. durch Kriegspropaganda. Ausserdem missbrauchen manipulative Nachrichten unsere Schöpferkraft, durch gezielte Lenkung unserer Aufmerksamkeit, um die Realität zu erschaffen, die den Machthabern und nicht der Mehrheit, dienlich ist. Das Wort “Nach-richten” hat es schon in sich – sich danach richten 😉


13. Nachrichten machen passiv

Nachrichten handeln meistens von Themen, die wir nicht beeinflussen können. Die ständige Wiederholung macht uns passiv. Wir nehmen eine Opferrolle ein. Psychologen nennen das “erlernte Hilflosigkeit”

“Erlernte Hilflosigkeit” bedeutet, dass wir aufgrund von negativen, unangenehmen Erfahrungen (z.B. Verlust, Gewalt, Entlassung, Behinderung) die Einstellung entwickelt haben, ohne Kontrolle, also hilflos zu sein. Wir denken uns “Das hat eh alles keinen Sinn.” “Da kann ich nichts machen. Ich bin zu schwach.”
Als Folge der vermeintlichen Hilflosigkeit resignieren wir und unternehmen nichts … wir können depressiv und apathisch werden. 

Für Dobelli ist der Anstieg von Depressionen untrennbar mit dem Aufstieg der Massenmedien verbunden.


14. Nachrichten töten Kreativität

Da Nachrichten das Denken und die Konzentration einschränken, töten sie damit die Kreativität. Nur mit Kreativität ist es möglich neue Dinge zu entwickeln oder zu erfinden. Nachrichten schränken also unser Potential, welches wir als Menschen haben, massiv ein.

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Schon Einstein wusste … wobei News “Pseudowissen” ist 🙂

15. Nachrichten geben uns eine Illusion von Mitgefühl

Wir fühlen uns mit anderen Menschen in anderen Erdteilen verbunden, weil wir durch Nachrichten überall dabei sind. Dieses Gefühl der Verbundenheit täuscht. Echte Teilnahme an etwas entsteht durch Handeln und nicht durch zugucken oder nur durch das Gefühl man wäre dabei. Damit betrügt man sich nur selbst.

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Kommentare

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2 Kommentare

  1. Anja

    Dem kann ich absolut zustimmen! Wozu sich jeden Tag auf’s neue von negativen Nachrichten berieseln lassen? Ich lese morgens lieber die neuesten Artikel meiner Lieblingsblogs, da hab ich viel mehr von. 🙂
    LG – Anja

    1. Dieter Kimmling

      Sehr gut.

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