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☼ Gesundheit, Heilwissen☼ Orte der Kraft

Studien zeigen, was mit unserem Körper geschieht, wenn wir auf der Erde barfuß gehen

Wenn unsere nackten Füße die Erde berühren, geschieht etwas Stilles, aber Tiefgreifendes. Was die heilsame Kraft der Erdung in unserem Körper anstößt, warum sie Entzündungen lindert, den Schlaf vertieft und uns ein Stück Lebendigkeit zurückgibt, die viele von uns kaum noch kennen.

Es gibt eine einfache Geste, die uns nichts kostet, keine App braucht, kein Produkt, keine Mitgliedschaft. Wir ziehen die Schuhe aus, treten auf Gras, Sand oder Erde und atmen einmal tief durch. In genau diesem Moment beginnt unser Körper, sich neu zu sortieren. Was wie eine romantische Vorstellung klingt, lässt sich heute biochemisch beschreiben und ist in zahlreichen Studien dokumentiert. Erdung, im Englischen „Grounding“ oder „Earthing“ genannt, ist die wohl unkomplizierteste Form der Selbstfürsorge, die wir kennen.

Die beiden Bilder unten stammen aus einer Untersuchung mit einem sogenannten Speckle Contrast Laser Imager. Sie zeigen, wie sich die Durchblutung im Gesicht bereits nach 20 Minuten Erdung verändert. Dunkelblau steht für die geringste, dunkelrot für die höchste Zirkulation, der Unterschied ist mit bloßem Auge sichtbar.

Bildquelle: Scientific Research Publishing

Was Erdung eigentlich bedeutet

Wenn wir mit nackten Füßen den Boden berühren, ohne Schuhe, Socken oder Plastiksohle als Barriere, stellen wir einen direkten elektrischen Kontakt zur Erde her. Die Erde verfügt über einen schier unerschöpflichen Vorrat an freien Elektronen. Diese negativ geladenen Teilchen können über die Fußsohlen in unseren Körper übertreten und dort wie natürliche Entzündungshemmer wirken. Sie binden freie Radikale, also jene reaktiven Moleküle, die in zu großer Menge unsere Zellen belasten und an vielen schleichenden Beschwerden beteiligt sind.


Dr. James Oschman, Biologe und einer der bekanntesten Forscher auf diesem Feld, fasst es so zusammen:

Subjektive Berichte, dass das Barfußgehen auf der Erde die Gesundheit verbessert und das Wohlbefinden fördert, finden sich seit jeher in der Literatur und in den Praktiken verschiedener Kulturen auf der ganzen Welt.

Dr. James Oschman, Energie-Medizin-Forscher

Was viele Völker seit Jahrtausenden intuitiv gelebt haben, lässt sich heute messen. Wir tragen die meisten unserer wachen Stunden Schuhe mit Gummi- oder Kunststoffsohlen, also genau jene Materialien, mit denen Elektriker Kabel isolieren. Wir gehen über Asphalt, Linoleum und Teppichböden. Wir schlafen in Häusern, deren Fundamente uns von der Erde trennen. Diese feine, aber dauerhafte Entkopplung war über lange Zeiträume der Menschheitsgeschichte unbekannt.

Der elektrische Kreislauf, an den unser Körper angepasst ist

Ähnlich wie es einen weltweiten Wasserkreislauf gibt, existiert auch ein globaler elektrischer Kreislauf rund um unseren Planeten. Winzige Ionenströme fließen zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre, Blitze und ionisierende Strahlung aus dem Weltraum spielen ebenfalls eine Rolle. Unser Körper ist an dieses System hervorragend angepasst. Wenn wir geerdet sind, gleicht sich unser elektrisches Potenzial mit dem der Erde aus, und überschüssige Ladungen können wie über einen Blitzableiter abgegeben werden.

Gleichzeitig fließen ständig Elektronen von der Erde in den Körper. Sie helfen, freie Radikale zu neutralisieren, das Nervensystem zu beruhigen und den Körper in seine natürlichen Rhythmen zurückzuführen. Verlieren wir unsere Erdung über lange Zeit, gerät dieses fein eingespielte System aus dem Gleichgewicht. Viele Forscher empfehlen mindestens 30 bis 40 Minuten direkten Erdkontakt am Tag, gerne kombiniert mit einem Sonnenbad. Schon 20 Minuten reichen aus, damit erste messbare Veränderungen einsetzen.

Was die Forschung am Körper beobachtet

Eine viel beachtete Übersichtsarbeit im Journal of Environmental and Public Health mit dem Titel „Earthing: Health Implications of Reconnecting the Human Body to the Earth’s Surface Electrons“ kommt zu einer bemerkenswerten Einschätzung. Der einfache Kontakt mit der Erde, sei es barfuß im Freien oder über geerdete Systeme im Innenbereich, könnte als „tief wirksame Umweltstrategie“ gegen chronischen Stress, Entzündungen, Schmerzen, schlechten Schlaf und sogar Herz-Kreislauf-Beschwerden dienen. Die Autoren sehen Erdung als wesentliches Element eines gesunden Lebens, neben Sonnenlicht, sauberer Luft, reinem Wasser, nahrhafter Pflanzenkost und Bewegung.

Eine Forschergruppe der Abteilung für Neurochirurgie am Militärspital Warschau untersuchte zusammen mit der Polnischen Medizinischen Universität, wie sich Erdung auf Sportler auswirkt. Ihre Studie zeigte, dass geerdete Teilnehmer einen ausgeglicheneren Stickstoffhaushalt aufwiesen und sich nach körperlicher Anstrengung schneller erholten. Erdung beeinflusst also den Stoffwechsel auf eine Art, die für Trainingsprogramme und Regeneration relevant ist.

Eine weitere Untersuchung der Universität Kalifornien in Irvine fand heraus, dass Erdung die Blutflussregulation im Gesicht verbessert. Andere Arbeiten dokumentieren, dass die Blutviskosität, also die Fließeigenschaft des Blutes, durch Erdung günstig verändert wird, ein Faktor, der bei Herz-Kreislauf-Themen eine Rolle spielt. Im Journal of Alternative and Complementary Medicine heißt es sogar, Erdung könne „der primäre Faktor sein, um das endokrine und nervöse System zu regulieren“.

Besonders eindrucksvoll ist eine Übersicht im Journal of Inflammation Research, die zwanzig Fallstudien mit medizinischer Infrarot-Bildgebung auswertet:

Die Erdung verringert oder verhindert sogar die Hauptsymptome einer Entzündung nach Verletzungen: Rötung, Hitze, Schwellung, Schmerzen und Funktionsverlust. Mobile Elektronen schaffen eine antioxidative Mikroumgebung um das verletzte Gewebe und können sogar stille, schwelende Entzündungen auflösen.

The effects of grounding on inflammation, Journal of Inflammation Research

Inzwischen liegen Dutzende von Untersuchungen vor, die positive Effekte auf Schlaf, Schmerzwahrnehmung, Stimmung, Cortisolverlauf und allgemeines Wohlbefinden beschreiben. Was an dieser Praxis besonders berührt, ist ihre Schlichtheit. Sie braucht keine Technik, keine Pille, kein Studium. Sie braucht nur die Bereitschaft, die Schuhe auszuziehen.

Erdung und der Cortisol-Rhythmus

Cortisol ist unser bekanntestes Stresshormon und steuert unter anderem Blutzucker, Stoffwechsel, Entzündungsprozesse und sogar Anteile der Gedächtnisleistung. In der modernen Lebensweise gerät der natürliche Tagesrhythmus dieses Hormons bei vielen Menschen aus dem Takt. Wir sind morgens müde, abends wach, der Schlaf wird flach. Eine Untersuchung über acht Wochen hat gemessen, was passiert, wenn Menschen während des Schlafens geerdet sind. Das Ergebnis ist auf der folgenden Grafik gut zu erkennen.

Der Cortisolverlauf normalisiert sich, der Schlaf wird tiefer, das Aufwachen leichter. Was viele schon nach wenigen Nächten als wohltuende Ruhe spüren, lässt sich auch in Laborwerten ablesen.

Wie wir uns konkret erden

Die gute Nachricht zuerst: Es ist einfach. Wir brauchen weder Ausrüstung noch Vorwissen. Folgende Untergründe leiten zuverlässig: Sand, Gras, feuchte Erde, Beton ohne Versiegelung, Keramikfliesen ohne isolierende Beschichtung, Steine in der Natur. Nicht leitend sind hingegen Holz, Gummi, Kunststoff, Vinyl, Asphalt und Teer. Hier ein paar einfache Wege, das Erden in den Alltag einzuweben:

1) Den Spaziergang um zwanzig Minuten Barfußzeit erweitern. Im Park, am See, im eigenen Garten oder am Strand. Wer sich anfangs unsicher fühlt, beginnt mit weichem Rasen oder warmem Sand. Schon ein einziger Spaziergang kann den Unterschied zeigen, den der Körper später wiedererkennen will.

2) Bewusst auf der Erde sitzen oder liegen. Eine Decke darunter, sofern sie aus Naturfasern besteht und nicht zu dick ist, stört den Effekt nicht wesentlich. Das Wichtigste ist, dass der Körper Kontakt findet. Schon 30 bis 40 Minuten am Tag stärken nach Aussage vieler Forscher das Immunsystem und mindern den Einfluss elektromagnetischer Felder.

3) Schwimmen in offenen Gewässern. See, Meer und Fluss sind hervorragende Erdungsmedien. Wasser leitet, und gleichzeitig wirkt der Aufenthalt in der Natur auf gleich mehreren Ebenen heilsam. Ein Sommerbad ist gelebte Erdung.

4) Gartenarbeit ohne Handschuhe. Wer regelmäßig in die Erde greift, bleibt verbunden. Das Bücken, das Atmen, der Geruch frischer Erde, all das ergänzt die rein elektrische Komponente um eine sinnliche Tiefe, die der Körper als Geschenk erlebt.

5) Geerdete Hilfsmittel für drinnen. Für Menschen, die viele Stunden am Schreibtisch verbringen oder im Winter selten ins Freie kommen, gibt es geerdete Bettlaken, Fußmatten und Bänder, die über die Steckdose mit dem Erdungspotenzial verbunden sind. Sie ersetzen die echte Erde nicht, sind aber ein praktischer Verbündeter.

Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, findet eine schöne Vertiefung in unserem Beitrag Wie wir unseren Körper durch Erdung und Barfußgehen selbst heilen können.

Eine Praxis, die so alt ist wie die Menschheit

Lange bevor moderne Geräte den Effekt messen konnten, war das Barfußgehen Teil fast jeder Kultur. Indigene Völker auf allen Kontinenten beschreiben den Kontakt mit „Mutter Erde“ und „Vater Sonne“ als heiligen Bund, der Körper und Lebensgeist nährt. Was unsere Vorfahren als selbstverständlichen Bestandteil eines gesunden Lebens kannten, ist uns heute fast verloren gegangen, und wir spüren die Folgen.

Die Natur ist die beste Apothekerin.

Hildegard von Bingen, mittelalterliche Heilkundige

Auch in der modernen Forschung wird genau das wieder neu entdeckt. Der bekannte Mediziner Dr. Joseph Mercola formuliert es so:

Dieser einfache Prozess des Erdens ist eines der stärksten Antioxidantien, die wir kennen. Erdung lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen, verbessert den Schlaf, erhöht das Wohlbefinden und vieles mehr. Leider sind viele Menschen in den entwickelten Ländern kaum mehr geerdet.

Dr. Joseph Mercola, ganzheitlicher Mediziner

Vielleicht ist es genau diese Mischung, die das Thema so kostbar macht. Eine Praxis, die sich an die Wissenschaft anlehnen lässt und gleichzeitig etwas in uns berührt, das älter ist als jede Studie. Unser Körper weiß mehr, als wir oft denken, und freut sich über jeden Schritt, den wir auf weichem Boden tun.

Wenn du also das nächste Mal draußen bist, zieh die Schuhe aus

Die schönsten Veränderungen beginnen oft mit einer Geste, die wir kaum bemerken. Ein Spaziergang barfuß über den Morgentau. Eine halbe Stunde mit der Stirn am warmen Stein. Ein Sommerabend mit den Sohlen im weichen Gras. Wir müssen nichts Großes leisten und nichts beweisen, sondern nur eine Tür wieder öffnen, die jahrelang geschlossen war.

Geerdet sein  ▶  Dr  Mercola   Ich bin bis zu 95% am Tag geerdet   Deutsch


Empfehlungen zum Thema:

Wenn du tiefer einsteigen oder die Erdung auch im Innenbereich nutzen möchtest, findest du hier die besten Begleiter zu diesem Thema:
1) Earthing, Heilendes Erden von Ober und Sinatra*, das Standardwerk zum Thema mit allen Hintergründen, Studienergebnissen und Praxisanleitungen für den Alltag.
2) Erdungsmatte für den Schreibtisch*, eine elegante Lösung für alle, die viele Stunden am Computer verbringen und auch dort verbunden bleiben möchten.
3) Erdungs-Bettlaken*, sanfte Unterstützung für die Nacht, wenn der Körper ohnehin in seine tiefste Regenerationsphase geht.
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Andreas
Andreas
8 Jahre vor

Hallo zusammen,

barfuß laufe ich auch sehr gerne, obwohl ich in der Regel Barfußschuhe trage, die das Erden so nicht unterstützen.
Wenn ich aber wirklich barfuß laufe, spühre ich den Unterschied deutlich.

Zum elektrostatischen Ladungsausgleich (das Erden) möchte ich anmerken, das Keramik ein hervorragender Isolator ist. Die Isolatoren an Hochspannungsmasten sind aus Keramik (besonders Witterungsfest) und früher – bevor es entsprechende Kunststoffisolierungen für Kabel gab – wurden die Drähte von Telegraphenmasten oder an den Dachständern zur Stromversorgung der Häuser an Keramikisolatoren befestigt um genau den Erdschluss zu verhindern.
Daher verhindern Keramikfliesen sogar noch besser als andere Isolatoren sehr gut eine Erdung!

Herzliche Grüße
Andreas