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Dez 11

7 Tage in der Ewigkeit – Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen

    Der renommierte Harvard-Hirnexperte Eben Alexander tat Nahtoderfahrungen voller Licht und Musik immer als Phantasien ab. Bis er selbst ins Koma fiel – und sein Bewusstsein eine weite Reise machte.

    Foto: www.lifebeyonddeath.net

    Seit seiner Nahtoderfahrung ist Wissenschaftler Eben Alexander von einem Leben nach dem Tod überzeugt.

    Es herrschte Dunkelheit…als sei ich in Schlamm getaucht, aber dennoch in der Lage hindurchzuschauen…ich hatte keinen Körper- jedenfalls keinen, den ich wahrgenommen hätte. Ich war einfach…da, an diesem Ort der pulsierenden, hämmernden Dunkelheit. Ich hätte diesen Zustand vielleicht „uranfänglich“ genannt. Doch zu der Zeit, in der ich mich darin befand, stand mir dieses Wort nicht zur Verfügung.

    Etwas war in der Dunkelheit aufgetaucht. Es drehte sich langsam und strahlte dabei dünne Fäden aus weiß-goldenem Licht aus. Als das geschah, begann die Dunkelheit um mich herum zu zersplittern und auseinanderzufallen.

    Das Licht kam immer näher und immer näher, drehte und drehte sich und brachte diese Fäden aus reinem, hellen Licht hervor…Dann tauchte mitten im Zentrum dieses Lichts noch etwas anderes auf. Eine Öffnung.

    Ich schaute überhaupt nicht mehr auf das sich langsam drehende Licht, sondern durch es hindurch. In dem Moment, in dem ich das begriffen hatte, begann ich mich nach oben zu bewegen. Schnell. Es gab ein zischendes Geräusch und in Windeseile sauste ich durch die Öffnung und fand mich in einer völlig neuen Welt wieder. Es war die eigenartigste, schönste Welt, die ich je gesehen hatte.

    Großartig, lebendig, ekstatisch, atemberaubend…Jemand war ganz nah bei mir: eine schöne junge Frau mit hohen Wangenknochen und tiefblauen Augen. Sie schaute mich an.

    Und hätten Sie diesen Blick nur wenige Momente sehen können, hätte er Ihnen das Gefühl gegeben, dass sich Ihr ganzes Leben bis zu diesem Zeitpunkt gelohnt hat, wie immer es bisher auch verlaufen sein mag.

    Es war kein romantischer Blick. Es war kein freundschaftlicher Blick. Es war ein Blick, der irgendwie über all das hinausging…über all die verschiedenen Arten von Liebe, die wir hier auf der Erde kennen.

    Es war etwas Höheres, das all die anderen Arten von Liebe in sich trug und gleichzeitig echter und reiner war als sie alle zusammen. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, sprach sie zu mir. Die Botschaft ging durch mich hindurch wie ein Wind, und ich verstand sofort, dass sie wahr war.

     „Wir werden dir hier viele Dinge zeigen, sagte die junge Frau, „doch am Ende wirst du zurückkehren.“ ….  

    So betörend-verstörend schildert Eben Alexander in seinem gerade erschienenen Buch “Proof of Heaven” (Beweis des Himmels) Nahtoderfahrungen, die er während eines siebentägigen Komas machte.

    “Tod des Hirns nicht das Ende des Bewusstseins”

    Etliche Menschen haben schon berichtet über Momente zwischen Leben und Tod, über dunkle Gänge, gleißendes Licht und Begegnungen mit göttlichen Wesen. Das besondere am “Proof of Heaven” ist der Umstand, dass Alexander ein renommierter Harvard-Wissenschaftler und Hirnexperte ist, der ähnliche Erlebnisse häufig von Patienten zu hören bekam und als Phantasie abtat. Jetzt ist der 58-Jährige sicher, dass es sich nicht um Einbildungen handelte.
    “Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass der Tod des Körpers und des Hirns nicht das Ende des Bewusstseins sind, dass der Mensch Erfahrungen macht über den Tod hinaus”, schreibt Alexander, der mit seiner Frau und zwei Söhnen, zum Zeitpunkt dieser Ereignisse zehn und 19 Jahre alt, in Virginia lebt.
    Er, der immer gesund war, wachte eines Morgens im November 2008 mit unerklärlichen Kopfschmerzen auf, erlitt kurz danach eine Art epileptischen Anfall und verlor das Bewusstsein.

    Im Krankenhaus wurde eine bei Erwachsenen praktisch unbekannte Form von Meningitis diagnostiziert. Kolibakterien griffen das Hirn an und legten es lahm. Angesichts des fast siebentägigen Komas bescheinigte der

    behandelnde Arzt Scott Wade in einem Gutachten eine “Mortalität von über 97 Prozent”.

    Wie tot und an Schläuche angeschlossen

    Der Körper lag wie tot und an Schläuche angeschlossen auf der Intensivstation. Der Neocortex, der Sinneseindrücke verarbeitende Teil der Großhirnrinde, reagierte nicht mehr. Denken und Wahrnehmungen sind in diesem Zustand unmöglich, auch Halluzinationen in Folge verabreichter Medikamente.

    Eigentlich. Doch Alexanders Bewusstsein unternahm eine weite und lange Reise in eine Welt, in der Zeit und Distanz keine Bedeutung hatten.

    Er sei “inmitten von Wolken” gewesen, schreibt Alexander, und der Himmel, den er sah, kommt so lieblich daher wie sonst nur in den Vorstellungen von Kindern. Die Wolken waren “groß, plüschig, rosa-weiß und hoben sich deutlich ab vom tiefen dunkelblauen Himmel”. Dort traf er Gott und kommunizierte mit ihm, in einer direkten, telepathischen Form, die ihn gar nicht überraschte, so der Autor.

    Er nennt Gott “Om”, denn “das war der Ton, den ich noch in Erinnerung habe und verbinde mit dem allwissenden, allmächtigen und bedingungslos liebenden Gott, aber alle Beschreibungen reichen nicht”.

    Ein Engel begleitet Alexander seit seinem Aufstieg aus dem stinkenden Urschlamm, ein wunderschönes junges Mädchen mit tiefblauen Augen, hohen Wangenknochen und einem beglückenden Lächeln: “Es war kein romantischer Blick, es war nicht der Blick wie bei einer Freundschaft. Es war ein Blick irgendwie oberhalb von all diesem.”

    “Du musst nichts fürchten”

    Das engelhafte Wesen ließ ihn wissen: “Du wird geliebt und geschätzt, herzlich, für immer. Du musst nichts fürchten. Du kannst nichts falsch machen.”

    Später, nach seinem unerwarteten Aufwachen aus dem Koma, bekommt Alexander, der als Baby von seiner minderjährigen Mutter zur Adoption freigegeben wurde, erstmals das Foto einer biologischen Schwester geschickt, die gestorben war, bevor er sie kennenlernen konnte. Das Mädchen und seine Schwester sind identisch, stellt Alexander verblüfft fest.

    Bis zu diesem Erlebnis sei er kaum mehr als ein “O- und W-Christ” gewesen, der im Wesentlichen zu Ostern und Weihnachten die Kirche besuchte, schreibt Alexander. Als Neurochirurg der strengen Ratio verpflichtet, zweifelte er religiöse Offenbarungen an. Die Botschaft der “bedingungslosen Liebe”, die er während seiner Nahtoderfahrung erhielt, hat alles verändert. Und aus seiner Sicht doch nicht die Wissenschaft entkräftet.

    Alexander führt Heisenberg an, der in der Quantenphysik die Theorie aufstellte, auf einer Ebene unterhalb der Atome sei alles mit allem verbunden, der Beobachtende mit dem Projekt der Beobachtung. Und der Mensch mit dem allgegenwärtigen Gott, so Alexander.

    “Denken Sie an jede Enttäuschung, die Sie jemals erlebten”, schreibt Alexander. “Ich spüre, dass alle Verluste, die wir hier auf Erden erdulden müssen, in Wahrheiten Varianten eines sehr zentralen Verlustes sind; dem Verlust des Himmels.”

    Wunder am siebten Tag des Komas

    Seit Alexander ins Koma gefallen war, galt sein Erwachen mit einem dauerhaft beschädigten Gehirn und sein Weiterleben als Rundum-Pflegefall als “best Scenario”. Am Morgen des siebten Tages planten die Ärzte, binnen zwölf Stunden die Zufuhr der Antibiotika abzustellen, die in seinem Hirn die aggressiven Bakterien bekämpften.

    Da stürzt der zehnjährige Sohn zum Krankenbett, umarmt und liebkost den leblosen Vater und ruft: “Du wirst wieder gesund, du wirst wieder gesund.” Und Alexander öffnet die Augen, schluckt, lässt sich den Atemschlauch aus dem Rachen ziehen und sagt: “Danke.”

    Wunder sind offenkundig möglich. Die vollständige Gesundung eines Patienten von einer Infektion, die als tödlich galt und zumindest dauerhafte Behinderung nach sich zu ziehen drohte, ist ein von Medizinern beurkundeter Beweis dafür. Den Himmel und die Engel hat nur Eben Alexander gesehen.

    Für die Leser beginnt hier das weite Feld von Glauben oder Nichtglauben.

    Von Ansgar Graw, Die Welt

    Literatur: Blick in die Ewigkeit: Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen

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