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Aug 31

Diese Frau rettet schon ihr ganzes Leben lang Elefanten

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Daphne Sheldrick, gebürtige Kenianerin mit britischen Wurzeln, gründete das Waisenhaus für Elefanten in Nairobi. Ihr gelang es 1987 als erster Mensch, eine neugeborene afrikanische Elefantenwaise am Leben zu erhalten. Seit mehr als einem halben Jahrhundert rettet Daphne Sheldrick in Kenia verwaiste Elefanten und andere Wildtiere.

Daphne Sheldricks Waisenstation für Elefanten liegt im äußeren Zipfel des Nairobi Nationalparks. Besucher aus aller Welt haben jeden Vormittag die Möglichkeit, den bis zu drei Jahre alten Waisen für eine Stunde beim Spielen im Schlamm und Füttern durch ihre Pfleger zuzusehen. Heute leben hier 16 Baby-Elefanten, die ihre Mütter meistens durch Wilderer verloren haben. Einige sind jedoch auch in Wasserlöcher oder Fallgruben gestürzt, aber alle haben eines gemeinsam: sie haben ihre Familien durch menschliche Aktivitäten verloren. Elefanten brauchen Milch, bis sie etwa drei Jahre alt sind, und wenn sie keine Hilfe bekämen, würden sie in der Wildnis sterben.

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Manche von ihnen wurden unter dramatischen Umständen gerettet und viele sind traumatisiert vom Verlust ihrer Herde. Hier in der Waisenstation fassen sie Vertrauen zu den Pflegern, die rund um die Uhr bei ihnen sind. Jeder Elefant hat seinen eigenen Stall zum Schlafen – wie kleine Menschenkinder müssen sie getrennt untergebracht werden, damit sie sich nicht die ganze Nacht wach halten. Ein Pfleger bleibt die ganze Nacht bei ihnen, aber es ist immer ein anderer, damit sich die Elefanten nicht zu sehr an eine bestimmt Person gewöhnen.

Es kann einige Jahre dauern, bis sie wieder ganz in die Wildnis integriert sind. Elefanten haben eine sehr ausgefeilte, fast telepathische Art der Kommunikation, und so kommt es öfter vor, dass die Elefanten in der Station regelrecht zu warten scheinen, wenn aus der Nursery neue Waisen unterwegs nach Tsavo sind. Und auch die Elefanten, die in die Wildnis zurückgekehrt sind, kommen dann und wann zurück zur Station, z.B. wenn sie verletzt oder krank sind oder wenn sie ihren Pflegern ihre in der Wildnis geborenen Babys zeigen wollen.

 

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Sheldrick mit ihrer Tochter Angela

Die Stiftung beschäftigt 55 Pfleger aus vielen verschiedenen kenianischen Stämmen

Keeper Patrick with Lingwesi, five week old orphan African Elephant (Loxodonta africana) David Sheldrick Wildlife Trust, Tsavo East National Park, Kenya

 „Die Elefanten suchen sich ihre Pfleger aus, wir bringen ihnen nur bei, was sie bei der Haltung beachten müssen“, so Sheldrick. „Sie lernen, wie die Milch zubereitet wird, wie man mit Elefanten umgeht und was sonst noch zu tun ist – danach schaut man einfach, wie die Elefanten auf den Pfleger reagieren. Sie müssen sich in die Elefantenherde integrieren, und das kommt aus dem Herzen. Wenn einer der Jungs das richtige Einfühlungsvermögen für Elefanten hat, merken sie das sofort und fühlen sich zu ihm hingezogen.“

Etwa 140 Elefantenbabys haben die Nursery durchlebt, und Sheldrick sagt, die meisten liebten einen Pfleger am allermeisten: Mishak. „Er ist ein einfacher Mann, spricht nicht viel Englisch, aber er hat diese tiefe Zuneigung für die Elefanten, die ungewöhnlich ist, weil er aus einer Region kommt, wo viel gejagt und gewildert wird. Er bringt einen Elefanten zum weiterleben, wenn dieser einfach nur sterben will. Also übernimmt er immer die schwierigen Fälle.“

Nach dem Schock über den Verlust der Familie und den Stress der Rettungsaktion sind sie oftmals sehr traurig und traumatisiert. „Dieses Gefühl kann nur mit viel Liebe und Fürsorge gelindert werden. Die Waisen müssen überzeugt werden, die Milchflasche anzunehmen und werden mit den anderen Elefanten zusammengeführt, damit sie voneinander lernen können. Die Elefanten kommunizieren ständig in einer eigenen Sprache – sie kollern. Dieses Geräusch ähnelt einem tiefen Brummen. Wir können einen zweijährigen Waisen über Nacht beruhigen und am nächsten Morgen kann er oder sie meistens schon zu den anderen. Aber dann beginnt die Trauerphase, die bis zu mehreren Monaten anhalten kann.“

Ganz wie wir Menschen, sind Elefanten auch gierig nach Nahrung. „Sie bekommen bei uns weder Abfälle noch Äpfel oder Bananen, und unsere Elefanten werden nie von Hand gefüttert. Wir wollen nicht, dass wie später wohlmöglich in menschlichen Siedlungen nach Futter suchen – das wäre ihr Todesurteil.“ In der Nursery bekommen sie nur Milchersatz und natürliches Blattwerk und Zweige. Es dauerte Jahre, bis Daphne Shedrick die richtige Zusammensetzung für die Ersatzmilch gefunden hatte. Der Verdauungsapparat der Elefantenbabys ist sehr sensibel und verträgt keine Kuhmilch bzw. das Fett darin. Heute wird in der Waisenstation SMA Gold Cap Babymilch mit Pflanzenfett und Kokosöl gefüttert, das Pulver erhält die Stiftung von den Herstellern in Form von beschädigten und damit unverkäuflichen Dosen.

Trotz aller Anstrengungen, grassiert die Wilderei in Kenia wie in allen Ländern Afrikas. Die Elefantenzahlen auf dem gesamten Kontinent sind seit 1990 noch einmal von 700.000 auf heute 360.000 gefallen. Die Population in Kenia zählt noch etwa 35.000 Tiere. Die Nachfrage nach Elfenbein steigt seit Kurzem wieder dramatisch und wird noch begünstigt durch Korruption und den Zustrom an Chinesen in Afrika. Im letzten Jahr wurden allein am internationalen Flughafen in Nairobi 100 kg Elfenbein beschlagnahmt. „Die Nachfrage in China ist das große Problem,“ sagt Sheldrick. „Was auf dem Weg in den Fernen Osten konfisziert wird, ist vermutlich nur ein Zehntel davon, was tatsächlich geschmuggelt wird.“

Sheldrick versteht durchaus, was die Wilderer motiviert: die Preise für Elfenbein sind in den letzten fünf Jahren um das 50-Fache gestiegen, von 300 kenianischen Schillingen pro Kilo (umgerechnet etwa 2,70 Euro) auf 15.000 KSh pro Kilo (ca. 134 Euro). „In diesem Land gibt es keine Sozialhilfe, aber Massenarbeitslosigkeit. Es herrscht eine tiefe Kluft zwischen arm und reich, und diese Preisentwicklung bietet genug Anreize, einen Giftpfeil abzuschießen. Der Stoßzahn eines Elefanten oder das Horn eines Rhinos bringt eine Familie ein ganzes Jahr durch.“

Die Sheldrick-Familie glaubt, dass man die Wilderei nicht hier an der Basis stoppen kann. „Wir haben einfach nicht die Mittel dafür. Tsavo ist so groß wie Wales und heutzutage sind die Wilderer mit automatischen Waffen ausgestattet, die Somalis mit AK-47, oder Giftpfeilen, für die es kein Antidot gibt. Auch die Bestrafung von Wilderern ist willkürlich und inkonsequent. Sind Richter und Wilderer vom gleichen Stamm, wird er wahrscheinlich schon am nächsten Tag wieder frei gelassen.“

Ich fragt die Sheldricks, was sie denn tun würden, um die Wilderei zu beenden. „Zu allererst muss die Korruption aufhören. Sie ist allgegenwärtig in Afrika. Als nächstes muss jeglicher Elfenbeinhandel verboten werden – sowohl der Handel mit legalen Lagerbeständen als auch der mit gewildertem Elfenbein. Dieses Verbot muss weltweit und sehr streng umgesetzt werden.”

Trotz des hohen Ansehens der Nationalparks in Kenia, glaubt Sheldrick, dass der Naturschutz auf der Regierungsagenda ganz unten steht. „Politische Reibereien und die nächsten Wahlen haben Priorität.“ Allerdings, so meint sie, wenn man wieder einmal völlig niedergeschlagen ist, dann sollte man „nach Südafrika schauen. Dort hat man überhaupt kein Mitgefühl; die Wildtiere sind nur Ware. Und auch in Tansania ist die Wilderei noch schlimmer als hier. Die Lage ist hier in Kenia also längst nicht so aussichtslos wie in anderen Ländern Afrikas, besonders dank der jungen Generation. Viele von ihnen haben Universitätsabschlüsse und machen sich Sorgen. Aber sie sind noch nicht an der Macht – sondern immer noch die alte Garde. Unsere Rolle sehe ich als eine Art Übergangsbewegung: wir versuchen, so viel Lebensraum wie möglich zu schützen. Es gibt nur noch wenige Teile des Landes, die nicht erschlossen wurden und wo es noch so viele Wildtiere gibt wie damals, als mein Vater noch hier lebte.“

 

Dankbar; eine Frau hat ihr Leben jenen Elefanten gewidmet, deren Familien von den Wilderern so grausam genommen wurden.

Seit 1977 ist die Organisation “Wildlife Trust”, die von David Sheldrick, dem Ehemann Daphne Sheldrick´s gegründet wurde, aktiv, um die Leben von jungen Elefanten, die durch diesen schrecklichen Handel betroffen sind, zu retten.

Daphne Sheldrick ermöglicht den Säuglingselefanten die Rehabilitation sowohl physischer als auch emotionaler Wunden.

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The David Sheldrick Wildlife Trust

Genauso wie wir empfinden sie Schmerz und Trauer , wenn sie mit dem Tod ihrer Familienmitglieder konfrontiert sind.

Aber wenn die Möglichkeit sich bietet, entstehen schnell neue Familien Beziehungen.

Durch ihre Forschungen ist Sheldrick im Stande gewesen, eine wesentliche Formel für die Elefanten Muttermilch zu entwickeln, damit die jungen Elefanten in den ersten zwei Jahren ihres Lebens mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind.

In Kenia aufgewachsen, hat ihre Leidenschaft für die bedrohten Tiere ein lebenslanges Unterfangen.

Im Laufe der Jahre haben sie mehr als 170 verwaiste Elefanten großgezogen.

Sobald sie bereit sind , werden die Elefanten in die wilden Herden der Gegend ausgewildert, wo sie zur Wiederbesiedlung ihrer schönen Arten beitragen können.

Ihr Ziel ist es, den schrecklichen Elfenbeinhandel vollständig zu verbieten und so den Elefanten eine Chance geben, in Sicherheit zu leben.

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Die Elefanten, so Sheldrick, sind wie wir. „Nur besser. Sie sind nicht verdorben. Ihr Familiensinn ist so stark ausgeprägt wie der unsere. Ihr Erinnerungsvermögen ist ganz erstaunlich, ihr kognitives Denken denen der Menschen sehr ähnlich.“ Alle Weibchen haben einen ausgeprägten Mutterinstinkt – sogar die ganz jungen. „Die Hingabe, mit der sie sich umeinander kümmern, ist bei Elefanten viel ausgeprägter als bei Menschen. Loyalität und Freundschaft sind ihr Kredo.“

Empfehlung zum Thema:

Eine afrikanische Liebesgeschichte: Mein Leben unter Elefanten

Weitere Informationen: https://www.sheldrickwildlifetrust.org / https://www.facebook.com/thedswt

Quelle:  http://www.telegraph.co.uk/news/9100415/The-woman-who-fosters-elephants-in-Kenya.html

von Jessamy Culkin, übersetzt von Kristina Rösel (REAeV)

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